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Hei, meine Frage ist keine direkte Grammatik- oder Vokabelfrage, eher eine Frage zur Sprachanwendung. Bitte nicht löschen.

Ich möchte mich für das kommende Frühjahr um ein Praktikum in Norwegen bewerben (irgendetwas Sprachliches wie Sprachrat, Verlag für Fremdsprachenlehrbücher, Zeitungen, Schulen, Deutschlektorate...), um meinem Studium von DaF und Skandinavistik mal etwas Praxis "einzuhauchen".
Würde ich mich um einen Job bewerben, würde ich nun alle meine deutschen Zeugnisse übersetzen lassen, aber ich bin derzeit nicht in Deutschland, habe kein tolles deutsch-norwegisches Wörterbuch im Umkreis von mehreren hundert Kilometern verfügbar und weder Lust noch Mittel, einen Übersetzer zu bezahlen. Außerdem bin ich dank eines Stipendiums nicht auf Lohn angewiesen, sodass das Unternehmen/die Institution praktisch nichts zu verlieren hat. Weiterhin sind Deutschkenntnisse in Norwegen meines Wissens recht verbreitet, vor allem sicherlich in den von mir genannten mit Sprache arbeitenden Institutionen.
Daher meine Frage: Meint ihr, ich muss das alles übersetzen? Oder kann ich das auch so schicken? Oder sollte ich die relevanten Teile (wie Abinote, nicht jedoch jeden einzelnen Kurstitel) übersetzen und als zusätzliches Dokument beilegen?
(Und wenn wir grad dabei sind: Wie hoch ist schätzungsweise die Akzeptanz für Jobbintervju per Telefon und den Satz "Referenzen auf Anfrage"? All das ist von hier aus mit meinen derzeitigen Verpflichtungen nämlich auch etwas schwieriger als für den ortsansässigen Norweger.)

Bin für jede Antwort dankbar, gern auch auf Norwegisch.

01.11.08 22:09
Ganz sicher gehst du, wenn du vorher eine Anfrage an die Einrichtung schickst, bei der du dich bewerben willst. Wenn du Übersetzungen brauchst, dann müssen die beglaubigt sein, weil es sich um amtliche Dokumente handelt.
Referenzen sind wichtig. Ich würde in Norwegen immer eine beilegen. Aus Erfahrung weiß ich, dass es gern ein Ausschlußkriterium ist, wenn sie nicht dabei liegt.

So gut sind Deutschkenntnisse in Norwegen auch nicht, dass wäre zu verallgemeinert.
Ein Bewerbungsgespräch ist via Telefon nicht selten.

02.11.08 15:52
Om man får jobb er vel en ganske annen sak.
Det er for tiden mange overflødige germanister i Norge, pga tyskfagets svekkede stilling i norsk skole (og ved universitetene).

02.11.08 21:27
Javel, men akkurat nå er jeg ikke ute etter en jobb.

Danke für die Antwort bezüglich der Referenzen und so. All diese wichtigen, offiziellen Sachen, die für einen Bewerber um einen Job unerlässlich sind, sieht man die nicht lockerer, wenn es um ein (unbezahltes) Praktikum geht? Denn alle Zeugnisse übersetzen und beglaubigen zu lassen, ist mir von hier aus schlicht nicht möglich.

03.11.08 08:49
Referenzen sind hier in Norwegen unabdingbar. Und wenn es Dir zu viel ist Deine Unterlagen übersetzen zu lassen,
dann wirst Du Dich damit abfinden müssen, dass Du hier in Norwegen keine Chancen hast. Die Norweger legen sehr
viel Wert auf ihre Sprache. Und zumindest sollte man versuchen den Leuten, mit denen man zu tun haben möchte,
etwas entgegen zu kommen. Die Denke, dass ja alle Deutsch können, ist typisch für viele Deutsche. Das solltet Ihr
endlich mal ablegen. Auch wenn es nur ein Praktikum sein soll, gibt es Spielregeln, denen man sich unterwerfen muss.
Oder man lässt es sein.
Das ist nur ein gut gemeinter Rat, keine Kritik.
Viel Glück bei der Suche.

03.11.08 11:10
  1. 8:49 drückt es wohl etwas extrem aus. Da gibt es durchaus mehr Toleranz, vor allem, wenn es sich um Arbeitsbereiche / Betriebe auf intellektuellem Niveau handelt.

03.11.08 15:04
Du kannst ja anfragen, ob sie alle beglaubigten Unterlagen auf norwegisch haben wollen. Geht in deinem Fall vielleicht teilweise auch mit deutschen Unterlagen?

03.11.08 21:21
Warum sollte es Probleme geben die von deinem Ort übersetzen zu lassen. Internet macht wohl so einiges möglich.
Bei einem Praktikum kann es auch anders gehandhabt werden, aber der in Norwegen sind unbezahlte Praktika nicht üblich. Hier Bedarf es Erklärungsbedarf.

Wie gesagt, der informier dich einfach bei dem Betrieb und du wirst wissen, wie sie es wollen. Direkter Kontakt zählt mehr als E-Mailflut, somit kannst du gleich beweisen, dass du norwegisch sprichst und bereit bist nach Norwegen zu kommen.

05.11.08 21:32
Danke noch einmal für die ausführlichen Antworten.
In meinem Lebenslauf "behaupte" ich folgende Dinge:
- Abitur (Abizeugnis)
- laufendes Praktikum in Italien (dafür habe ich sowieso keinen Beleg, und muss man etwas noch nicht abgeschlossenes überhaupt belegen?)
- HiWi-Job zuhause (auch da habe ich nur meinen Arbeitsvertrag, dessen Details ich für mich behalten möchte, also kein vedlegg?)
- Praktikum1 (Zeugnis)
- Praktikum2 (Zeugnis)
- dass ich ein Stipendium erhalte (auch hier nur Dokumente, die nur für mich bestimmt sind, kein vedlegg?)
- Freiwilligentätigkeit an der Uni daheim (auch keine Belege)
- Norwegisch- und Englischkenntnisse (bisherige Prüfungsergebnisse als Übersicht)
- Isländischkenntnisse (Kurszertifikat)
- Italienischkenntnisse (Zeugnis einer italienischen Hochschule in italienischer und englischer Sprache)

Das Abiturzeugnis würde ich übersetzen und beglaubigen lassen (Stimmt, Internet macht's möglich. Für mich klang Beglaubigen aber so nach Stempel drauf und das schien mir E-Mail-technisch nicht möglich...Gut, jetzt bin ich schlauer.), das ist ja eine lohnende Investition. Die Praktikazeugnisse würde ich vorzugsweise dann selbst übersetzen, ebenso das Isländischzertifikat und meine bisherigen Noten. Das Italienischzeugnis in englischer Sprache dürfte verständlich sein, oder? Was den Rest angeht: Was muss man denn alles belegen? Einige Sachen sind echt praktikumsrelevant, aber ich habe kein tolles Zertifikat dafür.

Ich bitte also noch einmal um Antwort und danach nehme ich sicherlich euren Rat an und rufe mal an. ;-) Ich würde nur gerne den ganzen Papierkram weitgehend fertig haben, damit ich ggf. zügig dem Telefongespräch eine Bewerbung hinterherschieben kann.