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Glaube das ist Nynorsk, kann es mir bitte jemand ins Bokmål uebersetzen?
-Ja du fåkke mæ utti skævven nå i dette søleværet

Vorschlag:
Ja du hast mich jetzt dazu gebracht bei diesem schoenen Wetter draussen in die Wald zu gehen.
(Wenn diese Uebersetzung einigermassen stimmt, dann bin ich echt stolz auf mich :-)

25.01.09 10:22, Bjørnar no
Ja, du får ikke meg med ut i skogen nå, i dette søleværet. (Sølevær =schlechtes Wetter mit
viel Regen, søle=erd und wasser).
Ich hoffe es hilft, weil ich schaffe es nicht, direkt zu Deutsch zu übersetzten. Aber
leider ist es fast der Gegenteil von was du übersetst hast...

Viele Grüsse

25.01.09 10:49
Das ist kein nynorsk, sondern dialekt.

"Ja, du bekommst mich nicht dazu bei diesem schlechten Wetter in den Wald zu gehen."

Wortwörtlich:
"Ja du bekommst mich nicht raus in den Wald bei diesem Dreckwetter."

25.01.09 10:49
Ich habe wohl die Negation nicht erkannt.
får ikke = fåkke?
War das Nynorsk?

Ok, glaube man kann es so uebersetzen:
-Du bringst mich bei diesem Unwetter nicht raus in die Wald

25.01.09 10:51
Ok vielen Dank.
Was fuer ein Dialekt ist das denn?

25.01.09 10:55
Eeehm... keine Ahnung. ;) Es gibt wohl über 250 Dialekte und dann die 2 Schriftsprachen. Es wird als "pent" angesehen,
wenn man Dialekt schreibt und die Schriftsprachen nicht so genau nimmt.

Andreas.

Für besonders Interessierte:
www.sprakrad.no
www.korrekturavdelingen.no

25.01.09 11:25, Geissler de
"Fåkke" ist nicht einmal besonders dialektal, sondern einfach eine umgangssprachliche Kontraktion. Analog dazu: Hakke (Har ikke), gåkke (går ikke) etc.
Meine Tochter sagte eine Weile immer "Det gåkke ikke an!"

Nynorsk kann es allein schon deswegen nicht sein, weil da die Negation "ikkje" lautet.

Geissler

25.01.09 12:07
sølevær = Matschwetter

25.01.09 13:48, Bjørnar no
Das Dialekt ist Wahrscheinlich in osten von Norwegen. Ich würde es das selbe Satz sagen,
und ich komme aus Skien. Aber ja, was ist eigentlich die Unterschied zwischen ein Dialekt
und Umgangssprache?

Viele Grüße

26.01.09 12:46, Thea K. no
Haha, skævven sagen sie auch dort, wo meine Mutter herkommt, Nes in Akershus (im Osten Norwegens also). De setter på seg skævvt og går i skævven:D

26.01.09 15:19, Geissler de
Ein Freund von mir aus Tønsberg sagt auch "sævver" zu den Wollieferanten und "skævven".

Zur Frage "Umgangssprache" und "Dialekt": Eine klare Trennlinie zwischen beiden läßt sich nur schwer ziehen, aber einige Merkmale lassen sich schon beschreiben.

Wenn wir den Idealzustand des Dialekts betrachten, so verfügt er über eigene Grammatik, eigenen Wortschatz und eigene Phonologie. Auf der anderen Seite haben wir die normierte Schriftsprache, die dem Schritlichen sowie dem Offiziellen vorbehalten ist. Zwischen diesen beiden existiert in Norwegen ebenso wie in Süddeutschland (eher weniger in Norddeutschland) ein Kontinuum, auf dem man sich durch Normalisierung/Abschwächung des Dialekts einerseits und durch Verwendung regionaler, dialektaler und mündlicher Ausdrucksformen in der Hochsprache andererseits hin- und herbewegt. Die Hochsprache kann zudem auch durch Einflüsse von Argot, Slang, Jargon etc. in Richtung Umgangssprache bewegt werden.

Die Unterscheidung ist, wie gesagt, nicht trennscharf, jedoch werden die meisten Dialektsprecher in der Lage sein, für sich zu entscheiden, wann ein Dialekt nicht mehr "echt" ist, und ebenso kann man sagen, wann eine Ausdrucksform der schriftlichen, offiziellen Sprache nicht mehr angemessen ist. In diesem Bereich bewegt sich eben die Umgangssprache.
Ich kann meine Frau und mich als Beispiele anführen. Meine Frau hat eine Mutter aus Bergen, einen Vater aus Trøndelag und ist in Ostnorwegen aufgewachsen. Als Resultat spricht sie ein relativ bokmålnahes Ostnorwegisch, das sich von reiner Schriftsprache aber durch eine Reiche von Kolloquialismen unterscheidet. Davon ist natürlich mein Norwegisch nicht unbeeinflußt.

Geissler