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Hallo!

Könnte jemand mir bitte erklären, was bedeutet "å bære seg" in dem folgendem Satz, oder könnte jemand eine Übersetzung geben?
"Hun harket og kremtet og bar seg verre, men hosten var borte vekk."

vielen Dank : )
Judit

12.04.09 21:56
Hei,

bin mir nict sicher, aber ich versuche es einfach mal. Bitte ebenfalls um Korrektur!!!

Sie räusperte und räusperte sich und ertrug es nur schwer, aber der Husten war fast weg.

13.04.09 00:16
Richtiger in Richtung von: "Sie räusperte sich wieder und wieder, und machte einen grossen Aufwand, aber der Husten
war verschwunden."

"Machte einen grossen Aufwand" ist das Beste, was mir momentan einfällt für "bar seg verre", aber vielleicht hat ein
Deutscher hier eine bessere Lösung?

13.04.09 00:53
Ich glaube, die Bedeutung von "bære seg" ist hier mehr "sich betragen", "sich aufführen".

13.04.09 04:19
Ja, wenn es von "å bære seg ad" handelt, schon, aber scheint mit "å bære seg" gemeint zu sein, dass die Dame ein
wirkliches Theater, mit hohen Lauten, aus ihrem Räuspern macht.

Vgl. z.B. das Volksmärchen "Presten og klokkeren" nach Asbjørnsen & Moe: "Hauke og skråle og bære seg verre
enn ulikt, det kunne han; men spørsmål og svar var ikke hans fag".,
od. aus Auftenposten: "...ekspertene hadde nok med å hyle og bære seg verre enn kjeftesmellene Siv Jensen og Per
Sandberg."

"Å bære seg verre" ist jedenfalls lautstark, aber ich komme nichr auf einen guten deutschen Ausdruck. Weder
schreien noch ächzen geht. Grosses Gehabe, vielleicht? Was schlagen die Deutschen vor?

13.04.09 09:35
"bære seg verre" oder "bar seg verre" ergibt erstaunlich wenige Treffer (mit Google). Den allermeisten ist gemeinsam, dass dem "verre" noch ein "enn" folgt - es handelt sich also um einen Vergleich. Lediglich zwei Treffer haben nur bære/bar seg verre ohne folgenden Vergleich. Diese zweite Form ist also kein gebräuchlicher Ausdruck, und die Bedeutung liegt wohl mehr in "bære seg". Das kann alles Mögliche sein - jammern, klagen, sich aufführen, auch ächzen und stöhnen, großes Gehabe (etwas abwertend). Hier wird es kaum eine alleinig treffende Übersetzung geben, aber Judit kann sich sicher schon eine Vorstellung davon machen, was gemeint ist.

13.04.09 17:06
Vielen Dank für die Hilfe! Kontextmässig scheint mir den grossen Aufwand zu machen passend zu sein, denn der Figur in der Novelle schmeckt diese "hostesaft" so sehr , dass sie auf dessens Trinken überhaupt nicht verzichten kann, und wird glücklich, wenn es dazu Gelegenheit gibt. Deshalb spielt sie für sich selbst auch solche Szenen vor, damit die Benutzung der Medikament begründet zu sein scheint. So hat die Wendung auch diese pejorative Bedeutung, die von euch beschrieben wurde - Theatralität und Schein. Die Beispiele helfen mir auch. Übrigens übersetze ich diese Jostein Gaarder Novell ins Ungarische, so entschuldige mir bitte meine Fehler, die ich in beiden Sprachen begehe und will mich nochmals bei euch dafür bedanken!

Judit

14.04.09 12:36
Wobei zu bemerken ist, dass der Hustensaft wahrscheinlich ein gutes Quantum Alkohol enthielt, und darum so begehrt war...
Ingeling

15.04.09 00:27
Als Kommentar zu 09.35s Erörterung möchte ich aber hinzufügen, dass der Ausdruck beim Googeln gar nicht so
selten vorkommt:

"Ho oja og bar seg verre." "...mens ungene skrek og bar seg verre." "Han ... spytta og bar seg verre."
"Husmekanikeren hylte og bar seg verre om..." "Grisene hylte og bar seg verre."

Als Norweger kenne ich den Ausdruck vor allem dialektal, z.B. in Gudbrandsdal hört man es häufig. "Han hauka og
bar seg verre." Auch nicht nur mit "bære seg": "Han klødde seg verre," oder mit noe: "Han satte i å gråte noe
verre."

Es fehlt also lediglich kein komparativ da, sondern "verre" od. "noe verre", muss in diesem Zusammenhang als
verstärkendes adjektiv betrachtet werden.

15.04.09 07:01
Google "bar seg verre" = 17 Treffer, davon 8 Bezüge auf die gleiche Bibelstelle. Das ist nicht oft!

16.04.09 05:39
Nein, vielleicht nicht, aber dieser Gebrauch von "verre" od. "noe verre" in solchen Zusammenhängen kommt doch
mündlich, vor allem dialektal, oft vor - und als Norweger empfinde jedenfalls ich ihn gar nicht als selten oder als "kein
gebräuchlicher Ausdruck".