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Gibt es einen Unterschied zwischen einem Eck und einer Ecke?

21.07.09 14:57, Geissler de
Ich nehme an, es ist der gleiche wie zwischen einem Schneck und einer Schnecke.

21.07.09 15:14
Eck kenne ich nur in zusammengesetzten Wørtern wie Eckhaus, Eckball. Ich glaube aber es wird auch im Dialekt als Ecke benutzt. Z. B. in diesem Eck bin ich aufgewachsen.
Gruss Birgit

21.07.09 15:36
In Zusammensetzungen: das Dreieck etc.
Ansonsten würde ich "das Eck" eher als süddeutsch ansehen. Würde aber auch in Norddeutschland kein Aufsehen erregen.
"Ein Schneck" hingegen klingt extrem lustig in meinen norddeutschen Ohren ;-)

21.07.09 18:27
seltsam:
das Eck - aber die Ecke
der Schneck - aber die Schnecke
warum???
vielleicht weil es nur umgangsprachlich verwendet wird.

21.07.09 19:13
Dialekt?

21.07.09 19:36, Jenny de
@slyngel: Eck und Ecke sind synonym zu verwenden, zumindest hier in Norddeutschland. Eck wird hier oft verwendet, vielleicht nicht im jugendlichen Sprachgebrauch, aber sonst.

22.07.09 09:03
Der Begriff " ein eck" ist als alleinstehendes wort lediglich im Dialekt zu finden und bedeutet, weitestgehend Deutschlandweit soviel wie " ein - groesseres-Stueck von etwas", sowohl im realen als auch uebertragenenen Sinn.
Beispiele sind: das ist ein Eck weit- will sagen: das ist gany schoen weit.
oder: das ist ein Eck teurer- das heist: das ist um einiges teurer ( als angenommen).

der Ausdruck " ein Eck" braucht also immer einen Vergleichspunkt, somit wir "ein Eck" fast immer mit der Steigerungsform teur-ER, grøss-ER, weit-ER, schnell-ER verwendet.

der Begriff ist rein umgangssprachlich, korrektes Deutsch wære in diesem Zusammenhang der korrekte Vergleich "um einiges weiter als... um einiges teurer als".

Die 2. Verwendung von Eck ist eigentlich nur die abgekuerzte Form von Ecke und wuerde ( ganye richtig mit ' geschrieben, also Eck', da im deutschen das e oft wegfallen und durch ein ' ersetzt werden kann.

Somit heisst Eck nichts anderes als Ecke, was entweder ein rechtwinkliges Zusammentreffen von 2 Linien bedeuten kann (Papier, Haus, form), oder aber im uebertragenene Sinn auch fuer ein Stadtviertel.

Die Verwendung von Eck' im steigernden Sinn findest Du in Sueddeutschland, die Verwendung von Ecke im steigernden Sinn findest du in Norddeutschland.

Der Bayer an sich, und der Franke besonders wuerde sagen: Das ist ein Eck teurer, der Norddeutsche sagt dafuer: das ist einE eckE teurer.

Die sueddeutschen und die Franken besonders neigen gerne dazu, wenn der Dialekt wirklich gesprochen wird und sich nicht verwaesser hat, weibliche Begriffe zu vermaennlichen, " der Schneck, DER Butter(!), gany selten auch "DER Dern" ( das Maedchen) etc." aber das ist regional bedingt und wird jenseits des Weisswurschtaequators nicht mehr verstanden.

22.07.09 11:19, Geissler de
Mein Kommentar war etwas flapsig, zielt aber, wie hie schon erkannt worden ist, in Richtung Regiolekt.
Manche süddeutschen Dialekte kennen kein -e am Wortende; sie lassen es entweder weggfallen oder hängen ein -n dran. Das geht manchmal, aber nicht immer mit Genuswechsel einher. Beispiele:
(mit Genuswechsel) der Schneck, der Ratz (Ratte), der Socken, der Karren, der Weps (Wespe), das Eck
(ohne Genuswechsel) die Katz, Jackn, Hosn, Wampm (Bauch -> Wampe)

Manche von diesen Wörtern sind rein dialektal, manche aber auch der süddeutschen Schriftsprache zugehörig. Dazu gehören z. B. der Socken und der Karren.

22.07.09 14:00
....und weil mir noch ein Beispiel einfällt.
Es heißt der Teller, aber mein Mann(Niederösterreich) sagt öft (fälschlich!) - das Teller!
lol

22.07.09 14:13, Geissler de
Wieso fälschlich? "As [das] Della" heißt es nun mal im Bairischen. Das hat -- wie "da [der] Butta" seinen Ursprung im Mittelhochdeutschen, wo Teller sächlich war.

22.07.09 18:01
Aha,
wieder was gelernt!!!