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Hei!
Was bedeutet "å ha noe på lur"? Etwas vorhaben?
Vielen Dank und schönes Wochenende.

13.11.09 16:05
Hei!
eher: etwas in Reserve haben, etwas vorbereitet haben

13.11.09 16:16
Die Lösung von 16.05 stimmt, aber es kann auch "etwas vorhaben" sein, wie die Fragestellerin
schreibt. Wenn es mit "etwas in Reserve haben" bedeutet, dann ist es weil die Person
irgendwelchen Plan dafür hat, so in der Sinn von "etwas vorhaben", glaube ich.

Hilsen
Bjørnar

13.11.09 16:18
Vielen Dank, aber Bjørnar - woher weisst Du, dass ich eine Fragestellerin bin? (Stimmt nämlich.)

13.11.09 16:23
Bestimmt wegen der höflichen letzten Zeile.

13.11.09 16:26
Hehe, ich wusste es überhaupt nicht. Ich sehe nur, dass man hier normalerweise
"Fragesteller" oder "er" als Anrede benutzt, und ich wollte diesen Trend brechen.

Hilsen
Bjørnar

13.11.09 16:31
Eigentlich ist es ja so, dass die männliche Form auch im Deutschen neutral ist, dass also sowohl männliche als auch weibliche Personen damit gemeint sein können.

Allerdings ist da durch die Diskussionen der letzten Jahrzehnte einige Verwirrung entstanden...

Hilsen W., ForumsteilnehmerIn ;-)

13.11.09 16:47
Beste Erfindung in dieser Richtung ist die Mitgliederin.
Hilsen, die Fragestellerin

13.11.09 19:41
Hei,
ich denke: "Etwas im Auge (Sinn) haben", passt gut als Übersetzung, oder?!
Gruß A.

15.11.09 13:00
Hei alle sammen.
Nein, die männliche Form im Deutschen ist nicht neutral, sie ist nur gebräuchlich. Dazu gibt es ausführliche Literatur. Wirklich neutrale Ausdrücke, wie z.B. das Mitglied (kenntlich durch den Artikel "das"), bedürfen keiner männlichen oder weiblichen Form.
Liebe Grüße

15.11.09 18:51
Es gibt ebenso ausführliche Literatur, die die Neutralität der "sogenannten" männlichen Ausdrücke belegt. Die Schwestersprachen des Deutschen, Englisch, Norwegisch, zeigen das deutlich. Teacher/lærer sind zB nicht geschlechtsspezifisch. Die Norweger sind im Übrigen sehr sparsam mit "-inn" und verwenden es heute nur dort, wo eine Unterscheidung wirklich etwas bedeutet. Nachahmenswert auch im Deutschen!

16.11.09 11:44, Geissler de
Daß die männliche Form der Sunstantive auf -er, die einen Aktor bezeichnen, gleichzeitig die generische (zusammenfassende, "neutrale") ist, läßt sich auch ohne Literaturstudium allein durch gesunden Menschenverstand erschließen.

Generisch ist die männliche Form immer dann, wenn entweder eine unbestimmte Menge gemeint ist oder eine bestimmte, in der sowohl weibliche als auch männliche Elemente vorhanden sind.

Sehen wir uns ein paar Beispiele mit "Lehrer" an:

Paul ist Lehrer. -> Eindeutig männlich.
Auf dem Klassenfest waren auch viele Lehrer -> Generisch, denn es wird keine Aussage über das Geschlecht gemacht.

Peter und Paul sind Lehrer. -> Wir wissen, daß es sich um Männer handelt, also männlich.

Luise und Lotte sind Lehrerinnen. -> Keine Frage, durch -in eindeutig als weilblich markiert.

Aber jetzt:
Lotte und Paul sind Lehrer. -> Hier liegt der Hase im Pfeffer. Denn wenn "Lehrer" nicht gleichzeitig das generische, "neutrale" Wort wäre, wäre der Satz gar nicht möglich. Er ist es aber, und "Lehrer" ist auch nur schwerlich durch einen anderen Begriff ersetzbar. (Bei "Student" wird das durch "Studierende" teilweise getan, was mitunter zu grotesken Ausdrücken ("StudierendInnen") führt.

Noch ein Gedanke: Niemand käme auf die Idee, daß bei grammatisch weiblichen generischen Substantiven Männer nicht mitgemeint wären.
"Müller und Meier sind Koryphäen auf dem Gebiet der Meeresbiologie." Wer glaubt ernsthaft, das könnten nur zwei Frauen sein?

16.11.09 17:58
Jaja, wird wohl noch eine Weile dauern, bis sich die Überzeugung durchsetzt, daß eine jede Person das Recht hat, als das bezeichnet zu werden, was sie eben ist.

Daß das generische so überaus häufig mit dem maskulinen Geschlecht vermischt ist, ist nicht eine natürliche, sondern eben eine soziale Entwicklung. Und da kann verändert werden, was verändert gehört.

Da muß nicht gleich der gesunde Menschenverstand bemüht werden. (Das Argument der Umständlichkeit zieht auch immer.)

Was ist denn gegen "Studierende" einzuwenden? Außer, daß der Begriff eben tatsächlich geschlechtsneutral ist: der Studierende, die Studierende, die Studierenden. Könnte man so auch bei Lehrenden anwenden.
Sicherlich gibt es Worte, bei denen man ein wenig überlegen muß. Schadet ja nicht, trainiert das Gehirn.
Und daran gewöhnen muß man sich auch. Kann man aber. Es fällt heute schon keinem mehr auf, daß man die Bundeskanzlerin "Bundeskanzlerin" nennt. Ist aber noch gar nicht so lange her, da hieß ein Minister eben "Minister", egal, ob Mann oder Frau.

17.11.09 11:20
Jaja, wird wohl noch eine Weile dauern, bis sich die Überzeugung durchsetzt, daß eine jede Person das Recht hat, als das bezeichnet zu werden, was sie eben ist.

Dem steht das Recht gegenüber, ein traditionelles Sprachverständnis beizubehalten.

17.11.09 11:39, Geissler de
Das hat weniger mit traditionellem Sprachverständnis zu tun, sondern vielmehr mit fehlender Einsicht in die Mechanismen der Sprache auf der anderern Seite. U.a. die Unfähigkeit, grammatisches von biologischem Geschlecht zu unterscheiden.

Die Aussage "daß eine jede Person das Recht hat, als das bezeichnet zu werden, was sie eben ist." ist, mit Verlaub, Käse. Das sind Irrwege der feministischen Linguistik. Abgesehen davon darf man wohl fraegen, ob einer Person [auch so ein Fall!] bei der Bezeichnung ihrer Funktion wirlich damit gedient ist, wenn jedesmal ihr biologisches Geschlecht (Sexus) herausgestellt wird. Da könnte man fast auf den Gedanken kommen, männliche und weibliche Lehrer/Arzte/Busfahrer seien unterschiedlich gut, denn wieso würde sonst der Sexus immer betont?

Im Übrigen läßt sich folgender Artikel zu dem Thema (von einer Frau geschrieben, übrigens) mit Gewinn lesen:
http://www.ulrichdevries.de/frauensprache.html