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Hei,
habe folgendes im Radio gehört: Mange takk for alle bidrag.
Hier nun meine Frage: Warum bidrag und nicht bidrager?

Takk på forhånd
Thomas

01.12.09 10:28
som et hus, flere hus

01.12.09 10:37
Man kann sich vorstellen, dass "bidrag" als erweiterte Form von "drag" aufgefasst wird (obwohl ich mir nicht sicher bin, ob das stimmt, denn bidrag kann gut aus dem Deutschen kommen).
"Drag" ist ein einsilbiges Neutrumswort und hat daher die identischer Pluralform "drag". Dementsprechend auch "bidrag".

01.12.09 11:05
Genau richtig! "Bidrag" ist zwar zweisilbig, da "drag" aber ein einsilbiges Neutrumwort ist, entfællt die er-Endung.

Gruesse,
Dan

01.12.09 11:21
Man kann das auch etwas anders begründen: von Verben abgeleitete Substantive sind Neutra. Das Verb hier ist bidra(ge).

01.12.09 11:23
Aber Neutrum zu sein, rechtfertigt ja noch nicht die endungslose Pluralform (eple, eplet, epler, eplene).

01.12.09 11:48
Keine Regel ohne Ausnahmen!

01.12.09 11:52, Geissler de
"epler" ist aber keine Ausnahme.

01.12.09 13:42
Das kommt auf die Formulierung der Regel an.

01.12.09 14:02
Eple ist zweisilbig, leitet auch nicht von einem Verb ab......alles regelkonform:-)
Anne

01.12.09 15:38
Auch mehrsilbige Neutra können im Plural unverändert sein. In Dokpro ist das die Klasse n3, wahlfrei. Und in nynorsk sind alle Neutra ohne Pluralmarkierung (nun komm bloß nicht und sag, dass es in diesem Forum um bokmål geht). Eine Regel, die den Plural für die Mehrzahl der Neutra richtig beschreibt, wäre dann: ohne Endung. Dazu dann Ausnahmen wie eple, salt nur für bokmål.

01.12.09 17:25, Geissler de
Bokmål und Nynorsk haben unterschiedliche Regeln für die Morphologie, Daher hat es gar keinen Sinn, so zu tun, als ließen sich Regeln formulieren, die für beide Sprachformen gleichermaßen gelten.

Daher müßte man eigentlich immer spezifizieren, auf welche målform man sich bezieht. Wenn das meist unterbleibt und dennoch jedem klar ist, daß es um Bokmål geht, dann liegt das daran, daß der Nynorsk-Anteil unter den Norwegisch-Lernern noch geringer ist als die vielleicht 10 % unter den Muttersprachlern. Bokmål ist de facto Standard hier. Das mag ein Målmann bedauerlich finden, es ändert aber nichts an den Tatsachen.

Unter diesen Voraussetzungen ist die einzig sinnvolle Regel, mit der der Lerner nichts falsch macht, folgende Regel: "Einsilbige Neutra und deren Zusammensetzungen bilden den unbestimmten Plural ohne Endung, alle anderen wie Maskulina und Feminina. Einzelne Ausnahmen existieren."

Ja, man hat die Wahl zwischen "universiteter und "universitet". Aber was hilft das dem Lerner, der wissen will, warum es "bidrag" und nicht "bidrager" heißt?

01.12.09 18:49
Ach Geissler ... genau die Antwort war zu erwarten ... mit Morphologie und allem Pipapo. Und natürlich, dass du festlegst, was sinnvoll ist. Dabei kommt es auf Nynorsk gar nicht an. Die 15:38 angegebene Regel ist genauso deckend und führt zu bidrag und nicht bidrager. Einzelne Ausnahmen existieren.

01.12.09 23:56, Geissler de
Welche Regel denn? "Die Mehrzahl der Neutra hat im Plural keine Endung?" Die Regel kannst du auf gut deutsch in die Tonne treten.
So, das war ganz ohne Pipapo und hoffentlich verständlich.

02.12.09 06:58
Fast: "Die Mehrzahl der Neutra benötigt im Plural keine Endung".
Das praktizieren mein nordnorwegischer, bokmål-gewandter Chef und noch einige andere am Arbeitsplatz, und die fallen damit keinesfalls auf.
So, das war hoffentlich auch verständlich.

02.12.09 09:23, Geissler de
Aber eine Regel, die mit "Die Mehrzahl ..." beginnt, ist keinen Schuß Pulver wert.
"Die Mehrzahl der deutschen Substantive auf -er ist männlich."

02.12.09 11:22
Das mit der Mehrzahl kann man gerne weglassen. Diese Regel ist genauso viel oder wenig wert wie deine von 17:25, die mit "einzelne Ausnahmen existieren" endet. Das ist eben genau der Rest, der nicht zur Mehrzahl gehört. Und der ist in jedem Falle klein.

02.12.09 12:34, Geissler de
Er jeg helt på villspor når jeg tror at regelen "Intetkjønnsord trenger ingen endelse i flertallet" har langt flere unntak enn "Enstavelsesord i intetkjønn (og sammensetninger med slike som siste ledd) har ingen endelse i flertallsformen, intekjønnsord med flere stavelser bøyes i flertalles som hann- og hunkjønnsord"?

02.12.09 14:24
Tja, har aldri tenkt på det med enstavelsesord. Men allerede fundament og museum faller
utenom den regelen, for min del, men det er mange som ikke bøyer dem slik som meg, og da
passer de igjen med regelen.

For å være helt ærlig, så trur jeg at dere begge kan få problemer med å faktisk bevise
hypotesene deres stemmer mer enn den andre. Da bør det vel nesten foreligge en statistisk
undersøkelse av det hele..

Hilsen
Bjørnar

02.12.09 19:04
Vi kan prøve å få litt statistikk ved hjelp av dokpro.

Regel a) "ingen endelse, noen unntak" ligger i dokpro kategori n2. Fritekstsøk etter n2 viser de første 25 ord, fra a til e. Alle er unntak til regel a). Siden a-e er omtrent en femtedel av alfabetet, kan vi estimere at det fins ca 100 slike unntak til regel a).

Regel b) "enstavelsesord uten endelse, ... noen unntak" ligger i dokpro kategori n1 og n2. Først n2 (krever endelse): i denne kategorien må søket finne enstavelsesord. De første 25 (a-e, se ovenfor) har ingen. Vi vet at salt er et slikt ord og konkluderer at det fins noen få, kanskje 5 av dem. Så kategori n1 (har ikke endelse) som er mer komplisert. Her ser vi etter flerstavelsesord som ikke har et intetkjønn enstavelsesord som siste ledd. Blant de 25 første (alle begynner med a) finner vi to entydige:
abdomen, andlet
og et tvilstilfelle: anlegg (legg er både m og n, og de forskjellige betydningene lar seg ikke så lett knytte til anlegg). Ut fra det kan vi estimere at det fins ca 100 unntak til regel b).

Disse estimatene kan gjerne være feil med en faktor 2, men antyder at både a) og b) kan være like greie. En nordmann trenger ingen av dem, hun/han har det i blodet.

Et søk på n3 (endelse eller ikke er valgfritt) viser forresten at det er den største kategorien. Hverken regel a) eller b) tar hensyn til valgfriheten.

Wowi