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Hei!
Gibt es eine norwegische Entsprechung für "Wehmutstropfen"? - "Vemodsdråpe" etwa?

07.11.11 12:17, habo de
Hei,
ich glaube, du meinst eigentlich "Wermutstropfen", also ein kleiner Nachteil, den man in Kauf nehmen muss, wenn man sich auf eine größere, insgesamt positive Sache einlässt. "Wehmutstropfen" als gängiger Ausdruck ist mir nicht geläufig.
Die norwegische Übersetzung weiss ich allerdings auch nicht, weder für das eine noch das andere...

07.11.11 12:51
Es gibt im Deutschen Wehmutstropfen und Wermutstropfen.

07.11.11 13:35, habo de
@12.51
Oh, da ist mir wohl was entgangen. In welchem Zusammenhang benuzt man denn "Wehmutstropfen"? Einfach statt "ein bisschen Wehmut"?

07.11.11 14:27, Mestermann no
Den Ausdruck "Wehmutstropfen" gibt es an sich noch nicht, aber "en dråpe vemod" klingt in meinen Ohren gut.

07.11.11 14:29, habo de
Gibt es denn eine Entsprechung/Übersetzung für den "Wermutstropfen"?

07.11.11 14:29, Mestermann no
Wermutstropfen (im übertragenen Sinne) heisst übrigens: Malurt i begeret.

07.11.11 15:22
Wenn man die Wikipedia nach "Wehmutstropfen" befragt, landet man in der Kategorie Falschschreibung. "Möglicherweise ist „Wermutstropfen“ gemeint." Mein Deutsches Universalwörterbuch (Duden, 2003) kennt Wehmut, wehmütig, Wehmütigkeit und wehmutsvoll, aber keinen Wehmutstropfen. Wenn jemand diesen Ausdruck verwendet (wofür auch immer), gibt es ihn natürlich, aber allgemein verständlich ist er nicht. Wermutstropfen dagegen schon, in der Bedeutung, die habo schon genannt hat.

07.11.11 15:50
Interessanter Beitrag auf Sprachen-blog.de:

http://sprachen-blog.de/wermutstropfen-oder-wehmutstropfen/

"Der Wehmutstropfen hat es fast geschafft. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis er sich endgültig in die neue Auflage des DUDEN getropft hat. Dennoch gibt es Wehmutstropfen eigentlich gar nicht. Da wird er sicher gleich ganz wehmütig, wenn er das erfährt. Aber im Grunde seines Urspungs leitet sich der Ausdruck vom Wermutkraut ab. Das ist nämlich so bitter, dass nur wenige Tropfen davon reichen, einem selbst das süßeste Getränk zu verleiden. Die Alkoholiker unter uns kennen sich aus: Wermut ist z.B. Grundbestandteil von Martini.

Ein Wermutstropfen verleidet einem also eine an sich schöne Sache.

Beispiel: Der Aufenthalt im Luxushotel war sehr schön, einziger Wermutstropfen war ein geisteskranker Papagei, der sich für einen Gockel hielt und jeden Morgen in aller Früh das ganze Haus zusammenkrähte.

Unbestritten bleibt natürlich, dass man nach ein paar Tagen des Schlafmangels durchaus wehmütig werden kann. Was aus dem Wermutstropfen allein allerdings noch immer keinen Wehmutstropfen macht."

VG,Timm

07.11.11 23:36
haha, ok. Vielen Dank euch allen! :-)