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"Jeg skulle ønske du kunne fortalt meg om noe spennende jeg kan gjøre her"
Wie übersetzte ich das mit korrekter Grammatik ins deutsche?
Ich weiss das ich den Konjunktiv benutyen muss aber irgendwie klappt das nicht so das es schön klingt...
Ich bin deutsch und helfe einer Freundin aus Norwegen die ein Tentamen in Deutsch machen muss.
Für schnelle Hilfe wäre ich sehr dankbar!
Tusen takk!

19.01.12 18:08
Halbwegs wörtlich: "Ich sollte mir wünschen, dass du mir erzählt hättest, was ich hier Interessantes (Spannendes) machen kann."

Vermutlich sollte es aber eher heissen: "Ich würde mir wünschen, dass ...

Eine Frage, wie wörtlich man das übersetzen muss. (?)

Ich kann mir aber den Kommentar nicht verkneifen, dass ich gerade in einer Prüfung, keine komplizierten Schachtel- oder Nebensatzkonstruktionen im Konjunktiv machen würde, wenn man etwas wacklig auf den Beinen ist. (Ist ja schoon für Muttersprachler nicht einfach. :-) )
Übe selbst am Bergentest und mein Lehrer prügelt mich, wenn ich mit meinen kilometerlangen Satzkonstruktionen zu ihm komme.

Hoffe, das war richtig und ich helfen konnte. :-)
Cheers,
Timm

19.01.12 18:37, Mestermann no
Eigentlich sollte ja Deine Freundin das erst selbst versuchen, ohne Hilfe. Sonst lernt sie ja nichts.

19.01.12 19:35
Aber wenn es nicht einmal die deutsche Freundin schafft? Ich wünschte, es gäbe den Konjunktiv nicht.

19.01.12 20:41, Geissler de
Gäbe es den Konjunktiv nicht, könntest du nicht derart elegant deinem Wunsch nach
Nichtexistenz desselben Ausdruck verleihen. Die deutsche Sprache verlöre ohne ihn manche
Nuance, sie klänge weniger gebildet, und ich schriebe keine Beiträge wie diesen.

19.01.12 20:50, Jørg li
Wunsch, Möglichkeit, bescheidene Behauptung, indirekte Rede … wie schön, daß es den Konjunktiv gibt, würde ich
sagen (bescheidene Behauptung)!

19.01.12 23:43
@Geissler

Dein Satz "Die deutsche Sprache verlöre ohne ihn manche Nuance, sie klänge weniger gebildet, und ich schriebe keine Beiträge wie diesen." hat meinen Abend gerettet. Allem Anschein nach finden sich ab und an doch einige (wenige) deutsch sprechende Menschen, die einen Konjunktiv ohne die oft unnötige Hilfskonstruktion mit "würde" bilden können und sich dies auch getrauen. Ich hatte die Hoffnung hierauf schon beinahe aufgegeben.

@Jörg

Und nicht zu vergessen...die Höflichkeitsform...

19.01.12 23:54, Mestermann no
Ich schliesse mich Jörgs Laudatio an.

20.01.12 07:46
Ja, ein Segen auf den deutschen Konjunktiv!
Hier mal ein Bibelspruch, der ohne Konjunktiv an "Einprägungswert" verlöre:
Jesus Christus spricht:
Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?
Matthäus 12, 26a

20.01.12 08:29
Wenn die Deutschen Norweger wären, würden sie verstehen, im Grossen und Ganzen brauchte man keinen Konjunktiv.;)

20.01.12 11:40
Oh, wann war das, als man keinen Konjunktiv brauchte? ;)

20.01.12 12:00
Es stimmt, man braucht ihn nicht!
Aber klingt so elegant, deshalb muss er bleiben :D

20.01.12 12:15
Ein Lob für 08:29, der/die die richtige Form des Konjunktivs von "brauchen" elegant in die Erörterungen einführt.

20.01.12 19:58
Die richtige Form wäre "bräuchte" ("brauche" im Präsens)

20.01.12 22:14
Nein, die richtige Konjunktivform ist "brauchte" (bis die überwiegende Mehrheit sich dagegen entscheidet und "bräuchte" doch als richtig anerkannt wird).

21.01.12 00:14, Geissler de
22:14 hat recht. Starke Verben bilden den Konjunktiv II, indem die Präteritumsform
umgelautet wird, wo möglich, und an die erste und dritte Person Sg. ein "e" angehängt wird
(verlor - verlöre, trank - tränke usw.).
Bei Verben, die früher im Präteritum im Singular und Plural verschiedene Stammvokale
hatten, bilden die Konjunktivform nach der früheren Pluralform, z. B. half - hülfe
(früher "hulfen").

Aber: "brauchen" ist ein schwaches Verb. Bei schwachen Verben sind die Präteritumsform und
der Konjunktiv II identisch. Daß man dennoch "bräuchte" sagt, liegt möglicherweise daran,
daß es eine ähnliche Funktion wie ein Modalverb erfüllen kann ("das brauchst du nicht [zu]
machen"), und mehrere (nicht alle) Modalverben bilden auch den Konjunktiv II mit Umlaut
(mußte - müßte, konnte - könnte, durfte - dürfte; aber: sollte - sollte, wollte - wollte).
"Bräuchte" könnte eine Analogiebildung sein.

Im Bairischen wird der Konjunktiv von "braucha" übrigens nach wie vor ohne Umlaut gebildet
("brauchad" -- mit Umlaut lautete die Form "braichad").

21.01.12 03:07
Na gut, wenn ihr das so sagt. Ich werde weiterhin "bräuchte" als Konjunktiv benutzen.

21.01.12 19:38
ich habe echt keine ahnung von gramatik (was nicht heißt das ich nicht weiß was sich falsch
anhört :D), aber ich wuerde auch bräuchte sagen :D

21.01.12 20:20
@Geissler:

Vielen Dank für Deine ausführliche Erklärung. Ich wußte zwar, daß der Konjunktiv II von brauchen "brauchte" lautet, aber jetzt habe ich darüber hinaus erfahren, wieso das so ist. Allmählich beschleicht mich ohnehin das Gefühl, daß ich in diesem Forum eher etwas über die deutsche als über die norwegische Sprache lerne. :-(

21.01.12 20:25
Was ist dann mit diesem hier, Geissler: kenntest du die deutsche Sprache besser, so brauchtest du bräuchtest häufiger anstatt "würdest du brauchen", indes es hülfen dir doch alle Grammatikstunden nichts trotz heißen Bemühns, sprächst du nicht mit Mutterwitz...
Naja... "Die Nürnberger hängen niemand, sie hätten ihn denn..." (Man lachte sich schief, wenn man verstünde)(korrekt?) Die Lust am Konjunktiv eben. Gewissermaßen Konjunktiv III

22.01.12 00:17
@20:25

Häääää...h?

22.01.12 08:37
Die Lust am Konjunktiv eben. Gewissermaßen Konjunktiv III

Dißß dönckst tu. "bräuchtest" üst Starckdeutsch.

http://de.wikipedia.org/wiki/Starckdeutsch

22.01.12 14:20
Vidünderli'! Ssüpert!! Takkk saa mycke, 08:37!!! 20:25, fornöyd...

23.01.12 10:52, Geissler de
Apropos Konjunktiv III:
"Möchte" ist bekanntlich der Konjunktiv II von "mögen". Auf Bairisch heißt "mögen" meng,
"möchte" wird zu mecht. Von mecht läßt sich aber eine weitere Konjunktivform bilden,
nämlich mechad. Das wäre dann wohl Konjunktiv III. :-)

23.01.12 16:38
@Geissler:

Ich (00:17) nehme an, daß sich 20:25 mit seinem Beitrag (der nach wie vor zu "intellektuell" für mich ist) auf folgende Abhandlung bezieht:

http://www.andres-loeh.de/konjdrei.pdf.

Leider kann ich, obwohl ich für einen spielerischen Umgang mit der deutschen Sprache immer sehr zu haben bin, weder mit dem Konzept noch mit dem Regelwerk des dort vorgestellten Konjunktivs III etwas anfangen. Aber vielleicht ergeht es Dir ja insoweit besser.

Herzliche Grüße, B.