Direkt zum Seiteninhalt springen

Ich bin mal wieder auf der Suche nach der inhaltlichen Übersetzung eines Sprichwortes, bzw. auf der Suche nach dem
norwegischen Äquivalent zum deutschen:

"Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss eben der Berg zum Propheten kommen."

Kann jemand helfen?

20.10.12 09:29
Når profeten ikke kan komme til fjellet, må fjellet komme til profeten.

20.10.12 10:54
Aber sagt man das auch? Es scheint keine Treffer im Netz zu geben...

20.10.12 12:53
Ich kenne die deutsche Version nur in der umgekehrten Variante:

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muß der Prophet eben zum Berg gehen/kommen.

Die entsprechende norwegische Version, für die ich einige wenige Treffer im Netz gefunden habe, deutet an, daß die Redensart wohl aus dem Orient stammt:

Når fjellet ikke kommer til Muhammed så får Muhammed komme til fjellet.

Gruß
Birgit

20.10.12 13:05
... ich kenne im Deutschen eher die erstgenannte Version, dass der Berg zum Propheten kommen muss :-)

20.10.12 15:46
Ich habe noch ein bißchen im Netz gestöbert und bin dabei auf die Essays von Francis Bacon aus dem Jahr 1627 gestoßen. Dort erzählt Bacon im Essay Nr. 12 (Of Boldness) folgende Geschichte:

"...Nay, you shall see a bold fellow many times do Mahomet's miracle. Mahomet made the people believe that he would call an hill to him, and from the top of it offer up his prayers, for the observers of his law. The people assembled; Mahomet called the hill to come to him, again and again; and when the hill stood still, he was never a whit abashed, but said, If the hill will not come to Mahomet, Mahomet will go to the hill. So these men, when they have promised great matters, and failed most shamefully, yet (if they have the perfection of boldness) they will but slight it over, and make a turn, and no more ado..."

Allerdings bezieht sich diese Geschichte lt. James A. Michener, der entsprechende Islam-Recherchen im Zusammenhang mit der Arbeit an seinem Buch "Caravans" ("Karawanen der Nacht") betrieben hat, wohl nicht auf den Propheten Mohammed, sondern auf den gleichnamigen Protagonisten einer Reihe von muslimischen (türkischen) "Till Eulenspiegel"-Erzählungen.

Wie dem auch sei, im modernen Englisch lautet das Sprichwort "If the mountain won't come to Muhammad, Muhammad must go to the mountain", und das entspricht ziemlich genau der zweiten deutschen Version sowie der obengenannten norwegischen Redewendung.

Herzliche Grüße
Birgit

21.10.12 00:36, Mestermann no
Den Ausdruck kenne ich auf Norwegisch in zwei Versionen:
"Når fjellet ikke vil komme til Muhammed, får Muhammed komme til fjellet" und
"Kommer berget ikke til Muhammed (od. profeten), må Muhammed (od. profeten) komme til berget."

Die letzte Version ist auch die, die im Standardwerk "Bevingede ord" (red. Snorre Evensberget og Dag Gundersen),
Oslo 1983, wiedergegeben ist, und zwar mit folgender Erläuterung , die der Erklärung Birgits zu ergänzen scheint:

"Uttrykk som betyr at man selv oppsøker noe(n) som man har ventet på forgjeves. Det skal visstnok ha opphav i en
arabisk versjon (ca 1630) av fortellingen om eventyrfiguren Khodsha Nasreddin Djuha. Han utgav seg for å være
hellig, og da man bad ham bekrefte dette ved å gjøre et under, befalte han et palmetre om å komme til seg. Treet ble
stående. Djuha reiste seg, og da folk spurte hvor han ville hen, svarte han: "Kommer palmen ikke til meg, kommer
jeg til den." Denne historien er siden blandet sammen med en fortelling hos Marco Polo (1254-1324) om en kristen
skomaker i Bagdaf som overfor en kaliff ville vise kristendommens makt ved å befale et berg å komme til seg. Berget
kom! Marco Polo-fortellingen er påvirket av teksten i 1. Kor. 13,2, og Matt. 17.20 om at tro kan flytte fjell. -
Muhammeds navn er først senere blitt knyttet til setningen."

21.10.12 09:43
befalte han et palmetre om å komme til seg
befale et berg å komme til seg

Ohne Zusammenhang mit dem eigentlichen Thema: müsste es nicht til ham statt til seg heißen?

21.10.12 15:07
@Mestermann

Vielen, vielen Dank für Deine Ausführungen und dafür, daß Du es immer wieder schaffst, meinen Horizont zu erweitern.

Dann geht die zur Diskussion gestellte Redewendung also auf die Figur des Nasreddin Hodscha zurück. Unter diesem Namen ist Khodsha Nasreddin (Djuha) in Deutschland nämlich besser bekannt, vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Nasreddin. Da hätte ich ja auch selbst darauf kommen können. :-(

In diesem Zusammenhang finde ich es auch spannend zu erfahren, daß die in der Renaissance erfolgte "Globalisierung" bis ins beginnende 17. Jahrhundert angedauert hat. Ich halte es nämlich nicht für einen Zufall, daß eine Anekdote über Nasreddin Hodscha Eingang in ein Essay von Francis Bacon findet und etwa zeitgleich eine arabische Version derselben Anekdote entsteht.

Herzliche Grüße
Birgit

25.10.12 01:55, Mestermann no
@ 09:43: Nein, hier ist til seg korrekt.

Ich verstehe, dass hier leicht Zweifel entstehen kann - hat er denn etwa die Palme dazu aufgefordert, endlich zu sich
zu kommen und überhaupt generell zusammenzuraffen? - aber es wird vielleicht bei einem einfacheren Bespiel
deutlich:

Dronningen sendte dem fra seg.
Dronningen kalte dem til seg.

Mit diesen Aussagen ist die Handlung die der Königin gemeint. Das Reflexivpronomen "seg" zeigt hier deswegen nur
auf Dronningen.

Würde man aber: "Dronningen sendte dem fra henne" od. "dronningen kalte dem til henne" schreiben - dann sieht
man sofort, dass es falsch wird, denn dann taucht eine dritte, unbekannte Person auf, und zwar diese gewisse
"henne":

Dronningen sendte dem fra henne - dvs., hun sendte dem ikke fra seg selv, men lot dem sende fra (f.eks.) sin
sekretær fru Svansen, som kunne sende disse tingene (f.eks. brev).
Dronningen kalte dem til henne - hun kalte dem ikke til seg selv, men til (f.eks.) sin sekretær fru Svansen, idet hun
ikke selv kunne ta imot dem.

Nicht anders als auf Deutsch in diesem Fall: Die Königin hat sie zu sich gerufen, die Königin hat sie von sich
weggeschickt.

@ Birgit übrigens: Dankeschön! :-)

25.10.12 07:14
Ikke enig. Du analyserer en annen konstruksjon/setning enn den som 9:43 spør om.
Nicht anders als auf Deutsch in diesem Fall
Doch (hvis du har rett med at "seg" er riktig):
a) Han befalte et palmetre om å komme til seg = Er befahl einer Palme, zu ihm zu kommen
b) Din setning tilsvarer: Han befalte et palmetre til seg = Er befahl eine Palme zu sich

Hva med denne setningen: han befalte at palmetreet skulle komme til seg??? ham!!! Etter din logikk (Mit diesen Aussagen ist die Handlung der Königin gemeint. Das Reflexivpronomen "seg" zeigt hier deswegen nur auf Dronningen.) er det "seg"; den handlende først i setningen avgjør det. Det er tvilsomt.

25.10.12 11:48
Tøys.

25.10.12 13:07
Absolutt ikke. Moonies opprinnelige spørsmål og (13:05) gjaldt berget som må komme til profeten, når profeten ikke kom til berget - ikke omvendt

27.10.12 22:54
Selv en mestermann kan treffe feil.