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Wie übersetzt ihr die Floskel "es geht"? Also ich meine hier die Antwort auf die Frage "Wie geht es dir?". Wenn ich dann sage: "Danke, es geht", wie würdet ihr das auf norwegisch übersetzen?
Zur genaueren Erklärung: Ich unterrichte Deutsch als Fremdsprache in Norwegen und im Schülerbuch steht folgendes Gedicht: "Ich gehe, du gehst, er geht, sie geht, es geht. Geht es? Danke - es geht."
Thema ist Verb-Beugung, aber verstehen norwegische Schüler dieses "es geht"?
Yale

28.10.13 14:00
Na, möglicherweise musst du es ihnen erklären, wenn sie es nicht verstehen...

glücklicherweise kann man das auf Norwegisch sehr ähnlich sagen: hvordan går det? - det går bra.

28.10.13 14:07
Danke, aber "es geht" bedeutet ja eher nicht "det går bra", sondern dass es mir so mittelmäßig geht. Wie würde man das auf norwegisch ausdrücken?

28.10.13 14:39
"Sånn passe" könnte man zum Beispiel sagen.

Habe im Netz auch "Det går" gefunden, aber selbst noch nie gehört.

28.10.13 15:34
Vielen Dank, das hilft mir weiter :)
Yale

28.10.13 17:29
"Så som så" kannst Du für "geht so" sagen.

30.10.13 09:56
Der jeg bor får jeg ofte svaret (fra nordmenn vel at merke!) "så där..." MvhH

30.10.13 10:53
Schon wieder ein Geisslersches Pünktchenwort. Könnte hier jemand so nett sein, meine Bildungslücke zu schließen und den kompletten "Spaten" zu nennen? Wofür stehen denn die Pünktchen?

30.10.13 11:07
Wikipedia: Auslassungspunkte können (in diesem Fall ähnlich wie Gedankenstriche) verwendet werden, um Pausen im Rede- oder Gedankenfluss anzuzeigen, oder um klarzustellen, dass ein Satz in der Mitte abbricht, beispielsweise weil der Sprecher unterbrochen wurde:

Stefan begann zu stottern: „Ich … ich weiß nicht …“
„Was weißt du nicht?“, schnitt ihm Frau Weiß das Wort ab.

30.10.13 13:07
@10:53...: Oh, das i s t der "Spaten"... nämlich so: "Så där..." ("So irgendwie..." würde ich das übersetzen...) ist eigentlich völlig nichtssagend für sich genommen und ist so - natürlich - Eröffnung für einen dann (eben nicht) folgenden virtuellen Text... ... also ein weites Feld...

30.10.13 16:08
(10:53)

Mein Verständnisproblem lag gar nicht an den Auslassungspunkten. Vielmehr hatte ich trotz des Hinweises "fra nordmenn vel at (?) merke" und trotz der Schreibweise "där" nicht erkannt bzw. nicht begriffen, dass 09:56 das schwedische Wort "sådär" gemeint hat, das umgangssprachlich "soso" oder "so lala" heißt, vgl. http://en.wiktionary.org/wiki/s%C3%A5d%C3%A4r.

(Ich frage mich, ob es außer mir noch andere Forumsteilnehmer gibt, die zwar Norwegisch, aber weder Dänisch noch Schwedisch lernen bzw. verstehen.)

30.10.13 19:51
Punkte über dem a sind ein untrügliches Schwädischzeichen. Und keine Angst, du verstehst mehr Schwedisch und Dänisch als du glaubst.

30.10.13 19:54
Ach ja, das "at (?)". Ist auch Schwedisch, at = å (infinitivsmerke). Die Norweger haben das t in grauer Vorzeit nicht mehr ausgesprochen, wodurch das a zu å werden konnte. In manchen schwedischen Dialekten sagt man übrigens auch å.

30.10.13 20:05
Hvis intensjonen er å besvare spørsmålet "Hvordan går det?" med et ikke alt for optimistisk, nærmest litt uentusiastisk/lakonisk/resignert svar, vil det beste etter min mening være å svare:

"Jo, takk! Det går, da." eventuelt med tillegget " - på et vis" (alternativt " - sånn passe" som nevnt ovenfor av 14:39). Benytter man et av disse tilleggene, særlig "sånn passe", kan man sløyfe "da".

Akel (N)

31.10.13 01:54
@ 19:51 bzw. 19:54:

Ich (10:53) habe die Punkte über dem "a" zunächst für einen schnöden Tippfehler gehalten. Deshalb hatte ich mit dem Ausdruck "så där..." (bzw. nach meiner Interpretation "så dær...") ja solche Probleme.

Im übrigen habe ich schon erkannt, dass "at" ein Infinitivmarker ist. Aber ist das nicht ein dänisches Wort? Die schwedische Form lautet doch "att", oder?

Es wäre schön, wenn mir noch einmal jemand antworten könnte, obwohl die vorgenannten Fragen eigentlich off-topic sind.

31.10.13 03:15
"At" ist Infinitivzeichen im Dänischen und war es auch früher im Norwegischen, wo es mit "å" ersetzt worden ist,
allerdings nicht "in grauer Vorzeit", sondern allmählich ab 1917 (Rechtschreibreform).

Noch zu meiner Schulzeit haben wir als Eselsbrücke gelernt, dass wo Dir dein Sprachgefühl intuitiv sagt, dass du "at"
benutzen kannst, dort setzt du den "å". Der Verfasser Jens Bjørneboe bemerkte dass es doch erstaunlich ist, dass ein
"gebanntes" Wort noch nach Generationen in den Ohren der Schulkindern weiterklingen kann.

Dänisch und Norwegisch (bokmål/riksmål) sind so nah verwandt, dass man erst ab dem Anfang des 20.
Jahrhunderts von deutlich von einander abgegrenzten Sprachen sprechen kann. Wenn eigentlich überhaupt. Vor 1930
kam es kaum vor, dass norwegische Bücher ins Dänische übersetzt wurden, denn es war gar nicht notwendig, man
konnte die Originalfassungen ohne Änderungen in Dänemark ausgeben.

31.10.13 09:39
At man sluttet å uttale t-en ved slutten av "at" og at det ble til "å", skjedde nok lenge før 1917, nemlig i senmiddelalderen før reformasjonstiden. Rettskrivningsreformen tok bare hensyn til det som folk faktisk sa.

31.10.13 11:10
Det 09:39 skriver her er feil, formen "at" ble brukt muntlig til langt opp i det 20. århundre.

31.10.13 11:44
... og jeg kan bare bedyre at jeg ved flere anledninger hørte (... ikke feil... ) vel at merke (... kanskje pga. at det høres såpass høytidelig/gammeldags ut...?)

31.10.13 13:14
Ausserdem verschleifen die Dänen ganz oft ganz so wie die Norweger das "t" im "at" - "vi er fandeme ved a(-t) løbe tørt for øl...", und es hört sich dann ganz so wie im Norwegischen "å" an

31.10.13 19:45
Nei, det som 09:39 skriver, er helt riktig. At noen (fine folk?) justerte uttalen etter skriftbildet, får så være, men folk flest har lenge sagt å og ikke at. Dette står i "Språket vårt før og nå", Gyldendal:


Mellomnorsk - omkring 1370 - omkring 1525

Overgangstida mellom gammelnorsk og nyere norsk kaller vi den mellomnorske perioden. Rundt regnet kan vi si den rekker fra svartedauden til reformasjonen.

I talemålet hadde det på 1200- og 1300-tallet gått for seg store forandringer, og disse fortsatte på 1400-tallet. Men omkring 1500 var de fleste viktige forandringene gjennomført. Selv om det også etter reformasjonstida har vært endringer i talemålet, kan en si at språket den gang ikke skilte seg mye fra det vi møter i de norske dialektene i dag.

Forandringer i språket

Noen av de viktigste forandringene oppstod ved at en konsonant sist i ordet falt bort.

-t forsvant (stort sett) i slutten av ord. Dette fikk følger for:
...
- Infinitivsmerket: at > å



Dette er stoff i ungdomsskolen. Det lønner seg alltid å følge med!

01.11.13 00:26
Dette er en typisk ideologisert fremstilling av språkhistorien.

Det viser seg også i din nedlatende kommentar om "fine" folk som "justerte uttalen etter skriftbildet". Språkbrukere
er språkbrukere, uansett hvilket lag av befolkningen de tilhører.

Hvis du går i NRKs arkiver vil du i eldre opptak høre at all slags folk brukte "at" som infinitivsmerke frem til midten av
århundret. Fiendskapen mot alt som på noen måte lukter av dansk og av bykultur og borgerlig kultur er sterk i
filologkretser i Norge, og det har gjort seg utslag i ren fornektelse av at mange såk. gamle former fremdeles var i
muntlig (og skriftlig) bruk.

01.11.13 11:07
Danke, Du sprichst mir aus der Seele... Als unverdrossen Norvegophiler habe ich ja tiefes Verständnis dafür, dass man allen Anklang ans Dänische als Kolonialsprache verabscheut wie der Teufel das Weihwasser; dennoch wirkt es auf mich Aussenstehenden dann doch manchmal ein wenig, ja, befremdlich gewollt vielleicht? - dass man mit solcher Leidenschaft ein sprachliches Sondersein herbeibastelt (war es wirklich nötig? Warum war es nötig?), das macht auf mich manchmal irgendwie den Eindruck von Laubsägearbeit...

02.11.13 06:06
Man kan argumentere den ene eller andre veien, men at vi mistet det gamle skriftspråkfellesskapet med Danmark, er et
tankekors. Hadde vi i stedet gått inn for å beholde det, og hatt et felles dansk-norsk organ som normerte det, ville et
vårt felles skriftspråk i dag omfattet over 11 millioner mennesker, og samtidig ville nynorsken stått frem som et mye
klarere alternativ.

04.11.13 15:29
Eigentlich eine interessante Diskussion. Die Ansicht die 11.07 vertritt ist eine typisch deutsche Sichweise auf die norwegische Sprache. Ein gutes Beispiel sind die Schweizer die einen für uns Deutsche teilweise ziemlich unverständlichen Dialekt sprechen, aber nicht das Bedürfnis haben eine eigene Sprache zu schaffen. Ich finde dass schwedich und dänisch leichter zu versehen sind als schweizerisch (oder trønder, oder stavangersk...). Auch wenn mich manche dafür gerne hängen werden finde ich man könnte durchaus von einer gemeinsamen skandinavischen Sprache sprechen. Dass man auch noch die norwegische Sprache in zwei verschiene Orthografien einteilt ist für uns Deutsche eher unverständlich.