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Hallo
ich kann 'tillyse' im Wörterbuch nicht finden. 'Hun hadde tillyst pressekonferanse...'

18.11.13 09:41
Doch, steht doch da:

Ähnliche Wörter im Bokmål Wörterbuch:

tillyse dp

Ähnliche Wörter im Nynorsk Wörterbuch:

tillyse dp

Und wenn du auf das "DP" klickst, kommst du zum Wörterbuch der Uni Oslo.

18.11.13 10:22, Drontus no
Das deutsche Wort steht aber nicht im Wörterbuch. Passende Wörter auf Deutsch wären z.B. einberufen oder anberaumen.

19.11.13 15:15
"Anberaumen" ist nicht leider zu empfehlen.

Es steht im Duden, ist aber theoretisch ein "totes Wort", dass heisst es ist nicht im
Sprachumlauf. Die allermeisten Deutschen verstehen es nicht einmal!

Es ist wie als würde man im norwegischen "å nyse" zu "vi skal nyse" konjugieren. Es ist
grammatisch korrekt, aber definitiv nicht im Sprachumlauf :)

19.11.13 15:53
Es wäre mir nie eingefallen, dass anberaumen so unbekannt sein soll. Es gehört sicher nicht zur Umgangssprache, das gilt allerdings auch für tillyse.

19.11.13 17:13
Tja, so unterschiedlich sind die Menschen. Für mich ist "anberaumen" ein normales Wort :-).

19.11.13 17:22
@ 15:15: Möglicherweise ist es theoretisch ein "totes Wort", aber praktisch nicht. "Die allermeisten Deutschen verstehen es nicht einmal" ist anmaßend.

19.11.13 17:25
@15:15

Wie kommst Du dazu, hier einen solchen Unsinn zu verbreiten? Es kann keine Rede davon sein, daß es sich bei "anberaumen" (norw. "beramme") um ein "totes Wort" handelt. So erhält man insbesondere für das Partizip "anberaumt" bei Google ca. 463.000 (!) Treffer.
Auch in der "Duden-Häufigkeitsanzeige" sind für das Wort "anberaumen" zwei von fünf möglichen Strichen angegeben. Damit steht es
nicht einmal am untersten Ende dieser Skala.

Und was Deine Behauptung, die allermeisten Deutschen verstünden es nicht einmal, angeht, solltest Du vielleicht nicht so schnell von Dir
auf andere schließen...

Gruß
Birgit

19.11.13 19:03, Geissler de
Ich kann dem nur beipflichten. "Anberaumen ist gerade in der Nachrichtensprache ein nicht
seltenes Wort. Wenn man es im Leipziger Wortschatz nachschlägt, dann ist "anberaumt häufiger
als z.B. "geklickt" oder "gerodelt". Alles nur tote Wörter?

19.11.13 19:04, Geissler de
Hoppla, "beipflichten" ist auch seltener. Also, das bedeutet "zustimmen".

19.11.13 20:49
An Etymologin Birgit: bitte den Zusammenhang zwischen beramme und (an)beraumen darstellen.

19.11.13 21:33
Im Zusammenhang mit dem Beitrag von 15:15 habe ich noch eine Frage (vor allem an Geissler):

Ich habe das Wort "Sprachumlauf" noch nie gehört, und im Duden ist es auch nicht zu finden. Die vereinzelten Google-Treffer, die es dafür gibt (23), lassen mich vermuten, daß es sich bei "Sprachumlauf" um eine Kontamination des Wortes "Sprachgebrauch" mit der Wendung "etwas in Umlauf bringen" handelt. Aber vielleicht irre ich mich ja, und "Sprachumlauf" ist ein gültiges deutsches Wort, etwa ein Fachterminus aus der Linguistik?

Ich würde mich freuen, wenn Ihr meine Wissenslücke schließen könntet.

Herzliche Grüße
Birgit

(PS an 20:49: Die Wörter "beramme" und "(an)beraumen" leiten sich beide von althochdeutsch rāmēn "worauf zielen, beabsichtigen" (9. Jh.) bzw. mittelhochdeutsch (mhd.) und mittelniederdeutsch rāmen "streben, trachten" ab. Mhd. rāmen entwickelt die Präfixbildung mhd. berāmen, neuhochdeutsch berahmen = "festsetzen". Die Erweiterung anberahmen findet sich im 16. Jh. Mundartliche Wandlung des -ā- in -au-, gefördert durch Angleichung (in der Kanzleisprache?) an "Raum", bildet daneben beraumen und anberaumen (16. Jh.), die mit den voraufgehenden Formen konkurrieren. Im 17. Jh. wird berahmen, im 19. Jh. anberahmen und beraumen allmählich aufgegeben.)

20.11.13 09:22, Steffen Alexander de
Kann man tillyse mit ankündigen oder bekanntgeben übersetzen? Das könnte man eine Pressekonferenz ja auch. Oder ist tillyse nur anberaumen einberufen?
Nach meinem Sprachgefühl ist übrigens anberaumen ein ganz normales, wenn auch vielleicht seltenes, aber kein totes Wort.