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Ich hab' mich mal wieder breitschlagen lassen , den Wochenenddienst für den ewig siechen Kollegen zu übernehmen... Und ärgere mich die Krätze . - Gibt es eine irgendwie passgenaue Übersetzung dafür ins Norwegische? (NB, etwas off topic: Es gab mal eine lustige Plakatwerbung in Deutschland für Kölln Haferflocken mit dem riesigen Bild einer einzigen Haferflocke, mit dem Untertext: "Für Sie habe ich mich breitschlagen lassen.")
Danke! Mvh H.

02.04.14 16:35, Mestermann no
Sich breitschlagen lassen: Z.B. Å bli overtalt til noe, å bli huket inn, å bli kapret (fig.).
Ich ärgere mich die Krätze: Z.B. Jeg ergrer meg grønn.

02.04.14 17:23
Wo sagt man denn "sich die Krätze ärgern"? Das habe ich so noch nie gehört, allenfalls "sich die Krätze an den Hals ärgern". Außerdem ist im norddeutschen Raum wohl die Version "sich (= Dativ!) die Platze ärgern" gebräuchlich, wobei ich keine Ahnung habe, was dieses "Platze" bedeutet. Dass einem der Kragen platzt?

"Jeg ergrer meg grønn" gibt es übrigens fast 1:1 auch im Deutschen; dort heißt es "ich ärgere mich grün und blau". Man kann sich aber auch "schwarz ärgern".

Viele Grüße
Birgit

02.04.14 22:24
Für Birgit:
Nachtrag zu Platze aus dem Berliner Wörterbuch:
»Da kann man sich ja die Platze ärgern!«, sich ärgern, bis man platzt. Rückbildung zu platzen

P.S. Hier ägert man sich "bis man schwarz wird"

03.04.14 12:01
Ah, herzlichen Dank für die Erklärung. Da lag ich mit meiner Vermutung ja gar nicht so sehr daneben.

Viele Grüße
Birgit

PS: Wo genau ist denn "hier"?

03.04.14 14:51
Ich weiß nicht, wo 22:24s "hier" ist, aber hier, im Rheinland, ärgert man sich einfach nur schwarz. "Bis man schwarz wird" kenne ich nur in Verbindung mit warten, also "Da kannst du warten, bis du schwarz wirst!"

04.04.14 18:41
Na Großraum Berlin - tief im Osten.
Es gab übrigens eine nette Spiegel-Online-Debatte darüber, ob man sich schwarz-ärgern getrennt oder zusammenschreibt.

Für mich leider ohne eindeutiges Ergebnis - außer einem Schmunzeln:

"Wenn Sie "schwarzärgern" (sich so lange ärgern, bis man schwarz wird) von "schwarz ärgern" (sich illegal ärgern?) unterscheiden wollen, dann müssen Sie auch "blaufärben" (das Ding so lange mit Farbstoff behandeln, bis es blau wird) und "blau färben" (erst einen Liter Wodka reinkippen, dann künstlerisch tätig werden) unterscheiden."
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=180&page=1289

04.04.14 19:25, Geissler de
Das ist als Argument ungefähr auf dem Barras-Niveau von "Es heißt Essenmarke, nicht
Essensmarke. Oder sagen Sie 'Bratskartoffeln'?".
Man könnte nämlich genauso anführen, daß es rot anmalen heißt, und nicht "rotanmalen".

04.04.14 20:12
ich sag ja, dass ich's nicht wirklich verstanden hab...
(und das als Mutterspachler ;-)
aber in der Schule hatten wir Essenmarken für Bratkartoffeln ...

aber ich gebe zu, das war in einem nicht mehr existierenden Land und lange vor der Rechtschreibreform.

04.04.14 22:20
Ich glaube, da gibt es auch nicht viel zu verstehen:

Laut canoonet war "schwarz ärgern" vor der Rechtschreibreform die richtige Schreibweise, während nach der Reform nur noch "schwarzärgern" zulässig sein soll.

Dafür scheint zunächst auch zu sprechen, dass im Online-Duden nur das "Stichwort "schwarzärgern" aufgeführt ist. Allerdings findet sich dann zum Stichwort "ärgern" folgender Eintrag:

Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
sich schwarz / sich grün und blau / sich gelb und grün ärgern (umgangssprachlich; sich sehr ärgern).

Nicht sehr stringent, oder?

Hinzu kommt, dass für das Verb "schwarz färben" (ebenso wie für "blau färben") beide Schreibweisen als richtig erachtet werden.

Deshalb werde ich mich - wenn überhaupt - weiterhin "schwarz ärgern" und nicht etwa "schwarzärgern". :-)

Schöne Grüße
Birgit