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Wie bedeutet "jo" in diesem Zusammenhang: "Jeg har jo kjøpt billetter?"

Danke im voraus

D.

31.05.14 17:46
doch
Ich habe doch Eintrittskarten gekauft.

Aber das Fragezeichen passt da nicht so richtig, weil es eine Aussage ist. Wenn es von dir hinzugefügt wurde, weil du eine Frage stellst, sollte es nach den Anführungsstrichen stehen.

31.05.14 23:36
Og hva betyr "doch"/"jo" i denne sammenhengen? Egentlig - semantisk?

01.06.14 20:28, Geissler de
"Jo" ist, ebenso wie "doch", hier eine Modalpartikel.

Modalpartikeln im Deutschen (z.B ja, doch, eben, halt, denn, eigentlich, mal) wie im
Norwegischen (jo, da, egentlig) haben haben einige besondere Eigenschaften:

  • Sie haben immer Homonyme mit anderer Bedeutung.
  • Sie sind nicht vorfeldfähig (können also nicht an erster Stelle im Satz stehen).
  • Sie sind auf bestimmte Satztypen begrenzt ("mal" kann nur im Imperativsatz stehen, "denn" nur im Fragesatz).
  • Sie ändern nichts an der Aussage des Satzes.
  • Sie haben keine eigene Bedeutung, sondern ändern nur den Ton des Satzes und drücken dabei eine Haltung oder Erwartung des Sprechers aus.

Im vorliegenden Satz drücken "jo"/"doch" einen gewissen Vorwurf aus.

02.06.14 01:17
Super erklärt, da habe ich doch wieder mal was gelernt ohne zu fragen. Vielen Dank!
Eine Frage zum Verständnis: Kann "mal" wirklich nur in Imperativsätzen stehen?
"Ich fahr da mal hin" ist doch keiner, oder?
JM

02.06.14 08:47, Geissler de
Du hast vollkommen recht; es kann auch in Aussagesätzen stehen und hat dann die Implikation
einer gewissen Unverbindlichkeit, vielleicht auch Unentschlossenheit:

Ich geh dann mal.

Statt "Imperativ" hätte ich besser "Aufforderungssatz" sagen sollen, denn die Aufforderung
kann auch als Frage ("Kannst du mir mal helfen?) oder mit Modalverb ("Du solltest mal zum
Atzt gehen." / "Das musst du echt mal probieren.") formuliert werden.

02.06.14 12:52
. Betyr det at eksemplene du nevner i siste innlegg alltid må ha med mal? Eller kan man alternativt skrive
"Kannst du mir helfen?" , " Du solltest zum Artzt gehen.", "Das musst du probieren." Uttrykker "mine" setninger
en annen holdning hos avsenderen? Eller er de rett og slett ukorrekte på tysk?

02.06.14 22:08
- Sie sind nicht vorfeldfähig (können also nicht an erster Stelle im Satz stehen):

"Jo, jeg har kjøpt billetter"
"Jo visst har jeg kjøpt billetter"

03.06.14 09:41
Takk for tilbakemelding, Geissler. Jeg forstår at vi på norsk svarer med «jo» etter en
spørrende setning som inneholder «ikke»: » Har du ikke kjøpt billetter?» > « Jo, jeg har
kjøpt billetter.» Eller forsterkende (helt sikkert) : «Jo visst, har jeg kjøpt
billetter.» I dette tilfellet stå jo/ jo visst i forfeltet fordi utgangssetningen «Har du
ikke kjøpt billetter»? er en spørresetning med verbalet på førsteplass. «Jo» og , «jo
visst» er er ikke modalpartikler i disse setningene, men heller interjeksjoner. (svarord)
I setningen «Men jeg har jo kjøpt billetter» derimot, er «jo» modalpartikkel.

«Mal» er enn modalpartikkel som forekommer i oppfordringssetninger, men kan ikke stå i
forfeltet. Jeg forsøker med setningene «Kannst du mir mal helfen?» og «Kannst du mir
helfen?» Er det slik at disse to setningene har samme betydningsinnhold, men at setningen
med «mal» angir en annen tone eller holdning hos avsenderen? Kan du forklare hvordan denne
tonen er annerledes?

Bakgrunnen for at jeg spør, er at vi nordmenn har litt problemer med ordet «mal» på tysk.
På lavere nivå lærer vi vel at tyskerne stadig putter inn et «mal» i setningene sine , men
at ordet ikke kan oversettes direkte til norsk, og slik er det bare.

03.06.14 23:43, Geissler de
Jeg trenger egentlig ikke tilføye noe til det du skriver i første avsnitt, bortsett fra at
tysk "doch" har samme funksjon som det norske "jo". I min bairiske dialekt heter det
forresten også "jo":
- Kimmst du am Samsdåg ned?
- Jo, freili kimm i.

Ad "mal" i oppfordringssetninger: Det er helt riktig at selve innholdet i setningen
forandres ikke av at den inneholder "mal" eller ikke. (Dette gjelder forøvrig samtlige
ekte modalpartikler.)

Ved å tilføye "mal" til en oppfordring blir tonen mindre direkte, mindre streng, mindre
forpliktende.

"Ruf mich an!" -- Dette er nesten kommandotone, her forventes det at man ringer.
"Ruf mich mal an!" -- Her har vi en nokså uforpliktende oppfordring: Ring meg, når det
passer for deg!

04.06.14 01:29
Lustig - das "Ruf mich an!"-Beispiel ist mir auch im Kopf herumgespukt, um zu erklären, wie "mal" den Satz von Befehl zu freundlicher Aufforderung verändert. ;)

(Ich habe nur nichts geschrieben, weil ich weiß, dass Geissler das viel besser kann, zumal auf Norwegisch.)

04.06.14 10:47
Könnte es sein, dass ihr, was den Befehlston von "Ruf mich an!" angeht, die Werbung für bestimmte Dienstleistungen im Kopf habt, die nur zu sehr später (oder früher?) Stunde ausgestrahlt wird? :-)

Nein, im Ernst - nach meinem Sprachgefühl wird der "Ton" einer Aussage bzw. Aufforderung durch die Verwendung von "mal" eher verstärkt als abgeschwächt:

Kannst du mir helfen? - Kannst du mir mal helfen?
Komm doch her! - Komm doch mal her!
Darf ich auch probieren? - Draf ich auch mal probieren?

Mit diesem Sprachgefühl stehe ich übrigens nicht alleine da. So ist "mal" ja die umgangssprachliche Kurzform von "einmal". Und zur Partikel "einmal" findet sich im Duden die Erläuterung "wirkt verstärkend in Aussagen, Fragen und Aufforderungen".

Viele Grüße
Birgit

04.06.14 13:23
@Birgit: Empfindest du dann "Ruf mich mal an!" als direktere Aufforderung/strengeren Befehl als "Ruf mich an!"?

Natürlich ist mal die Verkürzung von einmal, aber spielt das bei den Modalpartikeln eine Rolle? Vielleicht ist ja auch ein Fragewort, hat aber als Modalpartikel mit einer Frage auch nichts mehr zu tun, s. "Ich hab vielleicht Durst!"

04.06.14 13:42, Geissler de
Birgit, ich glaube, da bist du auf dem Holzweg. Wie 13:23 schon richtig schreibt, bringt
einen der Rekurs auf die Ursprungsbedeutung der als Modalpartikeln verwendeten Wörter
nicht weiter. Was hat denn das Adjektiv "eben" mit der Modalpartikel "eben" zu tun? Und
"halt" erst.

Übrigens halte ich nur den ersten deiner drei Beispielsätze für geeignet, denn Nummer 2
ist eine Kombination mit "doch", und da können sich wieder ganz andere
Bedeutungskonstellationen ergeben, und bei Nummer 3 tendiere ich dazu, "mal" nicht als
Modalpartikel, sondern als Häufigkeitsadverb aufzufassen. Der Satz ist auch keine
Aufforderung.

Die meisten Erklärungen auf dieser Seite zu den Modalpartikeln finde ich sehr geeignet:
http://www.mein-deutschbuch.de/lernen.php?menu_id=75

04.06.14 15:58
@Geissler:

In meinem Beitrag war nicht vom Adverb "einmal", sondern von der gleichlautenden Partikel die Rede, vgl.

http://www.duden.de/rechtschreibung/einmal_schon_nun_sogar.

Auch im dwds steht im Zusammenhang mit dem partikelhaften Gebrauch des Wortes "einmal" die Erläuterung: verstärkt den Imperativsatz; doch.

Und was deine Kritik an meinen Beispielsätzen angeht, kann man diese auch den Beispielen auf der von dir zitierten Seite entgegensetzen:

"mal" macht eine Fragestellung oder den Imperativ freundlicher.

- Können Sie mir bitte mal helfen?
- Hilf mir doch mal.

(NB: Die Hervorhebungen entstammen der fraglichen Seite.)

Im ersten Beispiel wird der Tonfall der Frage nach meiner Meinung nicht durch die Modalpartikel "mal", sondern durch die Höflchkeitsformel "bitte" freundlicher, und "Nummer 2 ist eine Kombination mit 'doch', und da können sich wieder ganz andere Bedeutungskonstellationen ergeben". (Unabhängig von diesem Argument, mit dem man offensichtlich alles und jeden "totschlagen" kann, empfinde ich die Aufforderung "Hilf mir doch mal!" nach wie vor als intensiver und drängender als den Satz "Hilf mir doch!".)

Bist du im übrigen wirklich der Auffassung, dass jemand, der die Frage "Darf ich auch mal probieren?" stellt, nachfragt, ob er ein einziges
Mal kosten darf?

Schöne Grüße
Birgit

04.06.14 16:27, Geissler de
Zu deiner letzten Frage: Der Satz impliziert, dass die anderen schon dran waren, eventuell
schon mehrmals, und jetzt will man auch einmal an die Reihe kommen. Gut, die genaue
Einordnung mag schwerfallen, aber ich bin ziemlich sicher, dass wir es auf jeden Fall mit
einem anderen Gebrauch von "mal" zu tun haben als bei Imperativ- und anderen
Aufforderungssätzen.

Auch der Duden irrt übrigens mal [sic], hier liegt er mMn einfach daneben.
Es ist überhaupt erstaunlich, was für unterschiedliche Angaben man zu den Bedeutungen der
Modalpartikeln in verschiedenen Grammatiken und Lehrbüchern findet.

Zu dieser Sache jetzt nur noch eines von mir:

Besuch mich!
Besuch mich mal!

Welcher der beiden Sätze klingt wie ein Kommando, welcher wie eine Einladung?

04.06.14 18:35
Und dann noch diese kurze, ans Götz-Zitat angelehnte Aussage, "du kannst ..." (den Rest bitte denken), wird die mit "mal" am Ende abgeschwächt oder verstärkt? Oder bedeutetet es gar, dass mehr als einmal nicht drin ist? Fragen über Fragen ...

04.06.14 23:30
(Der Gedanke, dass man Geisslers Auffassung zufolge aus der sehr rüden Beschimpfung "Leck mich am A...!" durch Hinzufügen der kleinen Partikel "mal" eine "ziemlich unverpflichtende Aufforderung" machen kann, hat was: Kyss meg i ræva, når det passer for deg! :-))

05.06.14 01:38
(Ich meinte natürlich "unverbindlich", nicht "unverpflichtend". Asche auf mein Haupt!)