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Hei,
in der Zeitung "Indtrøndelagen" vom 23. 08. 1917 (http://www.nb.no/nbsok/nb/1053c907f772040c4640f7eb2e2a9eee?index=1#0, auf PDF klicken) steht am Ende der Zeitung ein Hinweis auf den Verlag. Dort ist (nach Korrektur eines Druckfehlers) von einer "Bokbinderi og Protokolfabrik" die Rede. Die heutige Schreibweise wäre "Bokbinderi og Protokollfabrikk".
1. Meine erste Frage bezieht sich auf die "Protokollfabrikk". Ich kann mir darunter nichts Richtiges vorstellen. Protokoll bedeutet wohl die schriftliche Protokollierung von bestimmten Ereignissen, zum Beispiel fällt ein Klassenbuch darunter oder Verhandlungs- und Sitzungsprotokolle. Mit Buchführung und Geschäftsbüchern (Spaltenbücher, Quittungsblock, Block mit Lieferscheinen usw.) hat es wohl auch zu tun.
Demnach müsste "protokollfabrikk" sich mit der Herstellung von Protkollierungsbüchern befassen, die in meiner Vorstellung so ähnlich aussehen dürften wie Schulhefte oder dickere gebundene leere Bücher.
2. Meine zweite Frage: Auf mich wirkt das sehr historisch - oder gibt es auch heute noch "protokollfabrikker"?
Punkt 3: Mich irritiert ein bisschen der Begriff "fabrikk" in diesem Zusammenhang. In Deutsch würde man wohl kaum von einer "Buchfabrik" sprechen, wenn es um die Herstellung von Protokollierungsbüchern geht. Der norwegische Begriff "fabrikk" (Herstellung von Waren mit Hilfe von Maschinen) ist mit dem deutschen Wort "Fabrik" wohl nicht ganz deckungsgleich. Im Duden wird der "Fabrik" ein industrieller Aspekt zugewiesen.
Die Protokollbücher sind ja auf der Vorderseite und innen mit Spalten oder Zeilen bedruckt, so dass ich die Produktion von Protokollbüchern einer "boktrykkeri" zugeordnet hätte. Oder übersehe ich da einen Aspekt?
Dank im Voraus für Aufklärung.
Cadfaell

18.11.14 01:58
"Protokolfabrik" würde ich in diesem - vor knapp 100 Jahren entstandenen - Kontext als "Druckerei für Formulare
aller Art" verstehen. Ich lasse mich aber auch sehr gern korrigieren.
JM(D)