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Hallo,

ich komme wieder mit einer Bitte um Kommentare und Meinungen.

Würdet ihr schreiben:

...und ist somit die zweitgrößte Kirche in ODER im Rogaland.

In alten Übersetzungen steht meistens in Rogaland. Ich bin mir aber unsicher, da
Rogaland ja kein Land ist, sondern eine Provinz. Z.B. haben wir in Österreich ein
Bundesland, das Burgenland heißt. Und da sagen wir "im Burgenland ist es schön".

Was meint ihr?

Danke im Voraus!
bkm

23.07.15 11:13
Hei,

ich finde, dass in Rogaland besser klingt, bin mir aber unsicher, ob ich eine gute Begründung dafür habe. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass man im Norwegischen nicht "i Rogalandet", sondern "i Rogaland" sagt. Für den deutschen Leser ist der Unterschied wahrscheinlich nicht so gross und solange einheitlich "in" oder "im" verwendet wird, fällt keine der beiden Varianten als falsch oder komisch auf.

Hilsen,
Emma.

23.07.15 11:33
Ich würde nie im Rogaland schreiben, auch nicht im Baden-Württemberg, ja, sogar nicht
im Schwaben, sondern in Schwaben. Ich schreibe gerne im Alpenland, aber nicht im Schaffhausen. In Schonen ( Skåne ) liegt die Stadt Skanör, nicht im Schonen.
Oddy

23.07.15 12:11
Ja aber, Oddy, Rogaland ist doch nicht analog zu Baden-Württemberg, Schwaben oder Schonen. Natürlich würde dort niemand im sagen - wieso auch?

Ich hätte spontan in Rogaland gesagt, muss aber zugeben, dass ich es nicht begründen kann. Vielleicht tatsächlich, weil es auch auf Norwegisch nicht bestimmt ist. Dagegen würde ich selbstverständlich im Saarland oder im Schwabenland sagen, unabhängig davon also, ob es sich um ein Bundesland handelt oder nicht. Ich habe allerdings dementsprechend auch keine stichhaltigen Argumente gegen im Rogaland. Vielleicht ist es wirklich eine Geschmacksfrage.

23.07.15 12:52
Ich verstehe Emmas Erklärung. Du meinst, weil man im Norwegischen keinen Artikel
verwendet, könnte man selbige Form auch ins Deutsche übernehmen. Klingt einleuchtend.

12:11 plädiert auch für in Rogaland.

Ich halte mir eben ein anderes Beispiel vor Augen:
XY stammt aus Rogaland.

Da würde es sich vielleicht wirklich komisch anhören, wenn man sagt:
XY stammt aus dem Rogaland.

Oder doch nicht komisch?

Ist echt nicht einfach, aber ich glaube, ich folge euren Vorschlägen.

Danke an alle Beitragenden!
bkm

23.07.15 12:52
Ich verstehe Emmas Erklärung. Du meinst, weil man im Norwegischen keinen Artikel
verwendet, könnte man selbige Form auch ins Deutsche übernehmen. Klingt einleuchtend.

12:11 plädiert auch für in Rogaland.

Ich halte mir eben ein anderes Beispiel vor Augen:
XY stammt aus Rogaland.

Da würde es sich vielleicht wirklich komisch anhören, wenn man sagt:
XY stammt aus dem Rogaland.

Oder doch nicht komisch?

Ist echt nicht einfach, aber ich glaube, ich folge euren Vorschlägen.

Danke an alle Beitragenden!
bkm

23.07.15 12:55
Bin auch für "in Rogaland". Vielleicht deswegen, weil es mir wie ein Ortsname vorkommt, wie München oder Hamburg. Die Analogie zu Burgenland, Schwabenland usw. greift nicht, weil ich mir zwar unter Burgen und Schwaben etwas vorstellen kann und deshalb auch unter "im Land der Burgen", "im Burgenland", aber mit Roga verbinde ich nichts Besonderes, und schon gar nichts mit dem Land der Roga(en).

23.07.15 13:26, Mestermann no
Nur nebenbei zum Namen, hier aus Store norske leksikon: Første ledd er genitiv av folkenavnet rygir; roga-, som
er en eldre form enn rygja-; jfr. Ryfylke.

Rogaland bedeutet also "das Land der Rygen", "rygenes land".

23.07.15 14:14
Rogaland ist ein Regierungsbezirk wie die deutschen Länder und die schweizerischen
Kantonen, wobei man in Bayern und in Uri schreibt.
Umgangssprachlich kann man die zwei trøndelagsfylkene " Trøndelagen " nennen.
Hier würde ich auch auf Deutsch in Tröndelagen ( bestimmte Form ) schreiben.
Oddy

23.07.15 14:21, Geissler de
Ich bin auch für "in Rogaland". Zum einen, weil es einfach eingeführt ist. Zum anderen
ist das mit den Regionen nicht so eindeutig. Wir sagen zwar "im Rhein-/Saar-/Burgen-
/Stiftland", aber eben auch "in Friesland", ganz zu schweigen von "in Holland" (was
genaugenommen auch nur eine Provinz ist).

Übrigens: Wenn du "im Rogaland" sagst, musst du konsequenterweise auch "in der Tele-
/Hed-/Finnmark" sagen, analog zur Steier-, Ost- und Uckermark.

23.07.15 14:56
Die Wahl von “in“ oder “im“ hängt natürlich davon ab, ob der betreffende Orts-, Regions- oder Ländername im
Deutschen mit Artikel steht oder nicht. Da ich noch nie gehört habe, dass die betreffende norwegische Region/
Provinz als “das Rogaland“ bezeichnet wird, bin ich hier ebenfalls ganz klar für “in“. Du sagst ja auch nicht “im
Holland“ oder “im England“.

Beim Bundesland “Burgenland“ ist das anders, denn da sagt man (zumindest, wenn man die Region und nicht
die politische bzw. Verwaltungseinheit meint) “das Burgenland“.

Entsprechende Probleme habe ich übrigens immer bei “Iran“ vs. “der Iran“, “Irak“ vs. “der Irak“, “Jemen“ vs. “der
Jemen“ und noch einigen anderen Ländern.

Viele Grüße
Birgit

PS: Habe gerade gesehen, dass sich mein Beitrag inhaltlich mal wieder mit Geisslers Beitrag überschnitten hat.
Lasse ihn aber trotzdem so stehen, schon weil ich zu faul für großartige Änderungen bin...

23.07.15 15:17, Mestermann no
Vi skiller på norsk tilsvarende mellom fylkesbetegnelse, som altid er ubestemt, og landskaps-/områdebetegnelse,
som kan være bestemt eller ubestemt.

Z.B. i Nordland, i Rogaland (fylker) - på Østlandet, på Sørlandet (områder).
I Telemark, i Finnmark (fylker) - i Nordmarka, i Østmarka (skogsområder rundt Oslo), i Bymarken.
I Møre- og Romsdal (fylke) - i Gudbrandsdalen (dalføret i Sør-Norge)

Derimot kan man godt si at en person bor i Romsdalen, dersom vi sikter til at han faktisk bor i selve dalføret
Romsdalen, som fylket har sitt navn etter. Han bor i Romsdalen og er fra Romsdal.

Analogt til dette mener jeg at et norsk fylkesnavn da på tysk også bør stå i ubestemt form: in Telemark, in Møre-
und-Romsdal, in Rogaland.

23.07.15 15:19
Meiner Meinung nach gibt es Gründe für und gegen sowohl für "in" als auch "im". Da
sich aber alle Deutschsprachigen für "in" eingesetzt haben, werde ich natürlich "in"
verwenden. Es sind ja Deutschsprachige, die das dann irgendwann einmal lesen werden.

Persönlich stimme ich für "im". Noch mehr, seit Mestermanns Erläuterung. Aber ich
möchte mich in diesem Falle der Mehrheit anschließen.

Ein großes Danke an alle!
bkm

23.07.15 15:55
Das Skandinavien - der Norden ( die nordischen Länder )
Ich bin in Skandinavien und zugleich im Norden.
Oddy

23.07.15 16:32
Nein Oddy, man sagt im Deutschen in der Regel nicht “das Skandinavien“, sondern nur “Skandinavien“ (ohne
Artikel). Etwas anderes gilt nur, wenn “Skandinavien“ näher bestimmt wird: das Skandinavien des 16.
Jahrhunderts, das mittelalterliche Skandinavien, ...

23.07.15 20:18
Des woisch i au. Wollte nur betonen dass
Skandinavien Neutrum ist und Norden
maennlich wie Irak. Nun kann man sowohl
in wie im Irak schreibe, aber nicht in Norden
sein.
Oddy

23.07.15 23:23
"in Irak" ist ein Anglizismus, der leider so verbreitet ist, dass er als richtig akzeptiert wird.

24.07.15 03:10
“In Irak“ ist kein Anglizismus; vielmehr ist das die grammatisch richtige Form, wenn man den Staatennamen
(oder heißt das “Staatsnamen“?) “Irak“ in der artikellosen Variante gebraucht.

Hierzu finden sich im Duden die folgenden Erläuterungen:

Bei einer weiteren Gruppe von Substantiven, ausschließlich Maskulina, sind Artikelgebrauch und Deklination
schwankend. Neben den Formen der Iran, der Irak, der Libanon, der Sudan sind auch die artikellosen Formen
Iran, Irak, Libanon, Sudan korrekt: die Hauptstadt des Irans/die Hauptstadt Irans, sich im/in Libanon aufhalten.
Wird die Form mit Artikel verwendet, kann im Genitiv die Endung -s wegfallen: die Hauptstadt des Irans/des
Iran. Interessant ist, dass im allgemeinen Sprachgebrauch die Form mit dem maskulinen Artikel bevorzugt wird,
während die artikellose Form als offizielle Variante gilt, die auch das Auswärtige Amt empfiehlt.

Nächtliche Grüße
Birgit

24.07.15 09:18, Geissler de
Deine Antwort, bkm, habe ich nicht ganz verstanden. Was genau an Mestermanns Beitrag hat dich
in deiner Tendenz zum im bestärkt? Ich habe aus seinem Beitrag das Gegenteil herausgelesen.

24.07.15 11:13
@Geissler:

Da sich die fragliche Antwort von bkm und Mestermanns zweiter Beitrag zeitlich nahezu überschneiden, vermute
ich, dass sich bkm in ihrem Beitrag auf Mestermanns erstes Posting (Rogaland = Land der Rygen) bezogen hat.

Viele Grüße
Birgit

24.07.15 11:39
Ja, genau. Land der Rygen. Im Land der Rygen.
Und wieder ja, unsere Beiträge haben sich überschnitten, sodass ich seinen letzten
ersten gelesen habe, als ich meinen schon gepostet hatte.

Ich war ursprünglich für die im-Form, aber da in alten Übersetzungen in steht,
wollte ich hier nachfragen, um eine Mehrheit zu bekommen.

Ich würde übrigens auch für "in der Telemark" plädieren. Das liegt aber vermutlich
auch nur an der Gewohnheit: in der Steiermark. Sowie im Burgenland.

bkm