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Kann mir jemand die Bedeutung des folgenden Satzes erklären? Die hervorgehobenen Stellen verstehe ich nicht:

Det fantes et høl i oss alle og vi lette etter hølet i de prektige, for det var i dét bygda sydde tråden.

05.01.18 13:16, Aunekris no
Hallo

Den Anfang des Satzes verstehe ich, aber den Teil nach dem Komma ergibt keinen Sinn. Der
Satz heisst so viel wie "Es gab ein Loch in uns allen und wir suchten nach dem Loch in
den Anständigen, denn es war in dem das Dorf den Faden nähte." "Høl" ist Umgangssprache
und heisst "hull" in bokmål. "De prektige" sind die anständigen Leute. Aber den Rest des
Satzes verstehe ich leider nicht.

05.01.18 14:03
Der Satz stammt vermutlich aus dem Buch von Lars Mytting: Svøm med dem som drukner. Ich
denke, man braucht mehr Zusammenhang, um den Inhalt des Satzes zu verstehen.

05.01.18 15:08
Richtig, der Satz stammt aus obengenanntem Buch.

Der Erzähler beschreibt sein recht trostloses Dorf. Wer mit dem Auto durchfährt, ist froh, dass er nicht da wohnen muss.

"Men de visste ikke hva vi hadde.
For det var plass til oss her. Plass til meg, til Carl Brænd, elektronikkfreaken som bodde hos mor si i en alder av 55, bygde geniale forsterkere og kjørte til kiosken fem på ti for å få bleke stengetidspølser til halv pris.
Skavankene våre var synlige her. Vi visste om dem, brukte dem til å tyne hverandre, men folkepraten holdt oss sammen. Det fantes et høl i oss alle og vi lette etter hølet i de prektige, for det var i dét bygda sydde tråden."

Danach kommt ein neuer Abschnitt ohne aufschlussreichen Zusammenhang zum nachgefragten Satz.

05.01.18 22:20
Ich würde es, etwas frei übersetzt, so sehen: "Bei jedem von uns gab es Schwächen, wir
aber suchten die Schwächen bei den Bessergestellten, denn das gab uns das, was das Dorf
zusammenhielt".

06.01.18 19:13
Mange takk, Aunekris, zumindest mit "die anständigen Leute" für "de prektige" hast du mir etwas Neues, Interessantes beigebracht.
Vielen Dank auch an 22:20, etwas in dem Stil hatte ich mir auch zusammengereimt.

08.01.18 21:49
So habe ich den Satz auch beim erstmaligen Lesen verstanden. Wobei ich natürlich bei høl die Assoziation zum derben Ausdruck rasshøl hatte, welche Aunekris vornehmerweise verschweigt, welche aber meiner Ansicht nach vom Verfasser durchaus gewollt sein könnte.

Darauf deutet auch die Tatsache, dass selbst Aunekris als N. zunächst wortwörtlich übersetzt. Ganz offensichtlich ist weder hull noch høl unbedingt gebräuchlich im übertragenen Sinne für skavank, lyte. Hier dürfte es auch eher um charakterliche Mängel gehen, nicht so sehr um Schwäche.

Den letzten Teil des Satzes habe ich als Nichtnorweger zwar wie Aunekris nicht unmittelbar verstanden, aber gedeutet als "denn das war es, worauf das geistige Fundament dieser Gemeinde gründete." Vielleicht kann man das auch übersetzen mit:

Denn das war der rote Faden, mit dem die Einwohner des Ortes ihre Geschichte schrieben.
Denn das war der Faden, mit dem der Ort sein Narrativ wob. (Heute sagen die Journalisten doch so gern affig-tilgjort "Narrativ"....