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hallo leute! hat einer eine gute deutsche Übersetzung für "nasjonsbygging"? Also die Phase, wo sich in Norwegen ein nationales Bewusstsein entwickelte etc?

30.01.07 16:46
Vorschlag:
Der Aufbau eines norwegischen Nationalstaates
hilsen Claus f. t. i Trondheim

30.01.07 17:53
der begriff nationbuilding wird in der literaur benutzt. hier hat die deutsche sprache wiedermal mangelerscheinungen.

30.01.07 17:56, Lilja
Nationsbildung, schau dir mal den Link an. Auch wenn man nicht immer alles glauben sollte, was wiki zu erzählen hat. http://de.wikipedia.org/wiki/Nation-Building

30.01.07 21:08
"hier hat die deutsche sprache wiedermal mangelerscheinungen."

Also das kann so singulär nicht stehenbleiben. Da muss ein Kontrapunkt gesetzt werden: "Die deutsche Sprache ist die Orgel unter den Sprachen." (Jean Paul, 1763 - 1825). Oder auch Salvador de Madariaga (1886 - 1978), der Parteilichkeit als Spanier dann unverdächtig: "Deutsch ist eine der musikalischsten Sprachen und kommt an Klangfülle der Orgel, ja dem vollen Orchester vielleicht am nächsten."

Zum Thema selbst folgender Vorschlag: "Nationalstaatsentwicklung"

Freundlich grüßt: Thorge

30.01.07 22:37
dennoch wird die ´deutsche Sprache immer holpriger.
es gibt einige wörter für die wir keine übersetzung haben oder dem englischen Einfluß verfallen. was die beiden o.g. gesagt haben scheint zu dieser zeit gestimmt haben, aber nicht mehr 100 Jahre oder gar 200 Jahre später.

30.01.07 23:10
Stimme nicht überein mit letztem Schreiber. Deutsche Musik ist immer noch schöner als das meiste was man z.B. aus England im norwegischen Radio ertragen muß, wenn man den Ausknopf nicht findet. Anwendlicher als Deutsch ist Englisch, weil sie sich als Weltsprache durchgesetzt hat. Sie ist simpler als Deutsch. Jean Paul z. B. gilt auch heute noch bei Leuten mit etwas Sprachbildung als wichtiger Garant der deutschen Sprache. Kopfrechnen scheint beim letzten Schreiber auch eine Schwäche zu sein, denn von 1978 bis heute sind es gerade einmal 29 Jahre und keine ein- oder zweihundert Jahre!!!
Hilsen Claus f. t. i Kr.sand

31.01.07 10:54
vielen dank für eure hilfreichen vorschläge und kommentare! deutsch ist meistens super, gerade weil man bei der syntaks und bestimmten wortzusammensetzungen so viele möglichkeiten hat, "spielen kann". aber gerade so simple und logische wörter, die in anderen sprachen ganz selbstverständlich sind, kriegen wir oftmals nicht hin, haha. herzliche grüße!

31.01.07 10:56
p.s. "Nationenbildung" und "Nationalstaatsentwicklung" sind ja super, aber so richtig den Kern treffen die dt. übersetzungen nicht scheint mir, oder vielleicht sind sie im Deutschen einfach zu ungewohnt...

31.01.07 13:17
Hei P.S.,
vielleicht hat es ja mit der Gründung des Deutschen Reiches zu tun, daß die Wortwahl für die ründung eine Nationalstaats so ungewohnt ist?
Wie war das noch? Die Krone aus den Händen des Volkes (Abordnung aus der Paulskirche) war dem König von Preussen 1848 nicht gut genug. Er war ja dann 1871: Kaiser von Gottes Gnaden ... Darauf soll auch König Haakon später bei einem Besuch im Sognefjord hingewiesen haben ...
Hilsen Claus f. t. i Trondheim

31.01.07 15:19
danke für den hinweis! kenne mich so schlecht mit deutscher geschichte aus...

31.01.07 23:56
"dennoch wird die ´deutsche Sprache immer holpriger."

Ich bin kein Sprachwissenschaftler, der jetzt auf fundiertes wissenschaftliches Wissen über die Sprachen dieser Welt, ihre jeweilige Komplexität oder Nicht-Komplexität und daraus folgend dann, was an feinstdifferenzierter Ausdrucksmöglichkeit in der einen oder anderen möglich ist, zurückgreifen könnte.

Aber wenn ich mir immer wieder die deutsche Sprache betrachte, mich mit ihr auseinandersetze, dann weiß ich eins ganz sicher: Ich bewundere jeden Ausländer, der diese Sprache gelernt hat. ICH würde als Ausländer an der Vielgestalt dieser Sprache, ihrem Formenreichtum, ihren unübersehbaren Möglichkeiten der Wortkombinationen, ihrem schier unbegrenzten Kosmos an Sprachfülle, Sprachbreite, Sprachtiefe, verzweifeln.

Nimm stellvertretend nur mal ein ganz simples Beispiel: "der", "die", "das". Und dann dekliniere mal Singular und Plural jeweils m, f, n durch. Da muss ein Ausländer doch irre werden...

Insofern finde ich in keiner Weise, dass Deutsch immer holpriger wird. Aber, und da geb ich Dir recht: eine gewisse Verluderung, Verlotterung der deutschen Sprache ist in Deutschland in der Tat festzustellen. Das Unterschichtenfernsehen tut den einen Teil dazu, der andere Teil hat mit der deutschen Mentalität zu tun, grundsätzlich erst mal alles was von irgendwoher kommt, besser zu finden als die eigenen Dinge. Das gilt irgendwie als "cool", und sei es - sprachlich gesehen - das auch noch so größte Dummsprech, welches Marketingheinis als anglo-amerikanischen Sprachunrat ständig in die deutsche Sprache kippen.

Wir hätten durchaus Übersetzungen! Mir fällt da immer das Beispiel für "Laptop" ein. Liebhaber der plattdeutschen Sprache ließen sich "Klapprekner" einfallen. Auf hochdeutsch: "Klapprechner". Es geht also durchaus, man muss es aber eben auch wollen! Und letzten Endes ist es auch eine Frage dessen, was sich jeder selbst zumuten möchte oder doch lieber nicht.

Freundlich grüßt: Thorge