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Dieses "nett" gesprochene "wish I were there" wie kann man das übersetzen, dass es sich
ähnlich nett/flott anhört?
Ønsker å vaere der????

Danke Anne

13.09.13 10:40
(Jeg) skulle ønske jeg var der. Ob das deinen Kriterien für "nett gesprochen" genügt, weiß ich nicht.

13.09.13 15:07
Danke:-)

13.09.13 15:59
Der skulle je ha vøri !

13.09.13 17:41
15:59, bitte keinen Unsinn posten. Das ist weder Bokmål noch Nynorsk, und Anfänger sollte man nicht mit seltenen Dialekten traktieren...

13.09.13 18:45, Mestermann no
15:59 hätte vielleicht erklären sollen, dass "der skulle je (bzw. vi) ha vøri" ein Zitat aus einem bekannten Lied ist,
Tømmerkojevise von dem grossen Lyriker Hans Børli, auf Dialekt geschrieben. Das Lied hat Erik Bye eingesungen und
populär gemacht.

Die Zeilte wird umgangssprachlich relativ oft zitiert als Mundart in Verbindung mit dem Wunsch, anderswo zu sein,
mit Dialekt intakt, und in verschiedenen Varianten: "der skulle je/vi ha vøri, (Kal)." Als eine Übersetzung von der
gleich umgangssprachlichen Phrase "wish I were there", auf Deutsch geliehen aus dem Englischen, ist also der
Vorschlag von 15:59 gar nicht schlecht.

Ich füge das ganze Gedicht hinzu; vielleicht macht es einigen der Fortgeschritteneren Spass, die dialektalen Wörtern
zu entschlüsseln. Das Gedicht ist auch als "Vise fra tømmerskogen" und "Der skulle vi ha vøri, kal" bekannt. Man
sollte auch wissen, dass Kal (Karl) und der Redner im Gedicht, Holzfäller sind (genau wie Hans Børli es sein ganzes
Berufsleben war), und in einer kleinen Hütte im Wald sitzen, wo sie beim Schneefall philosophieren.

Her er det kaldt og kusli Kal, me' snø og sno fra nol,
men langt i sør fins varme land me' palmesus og sol.
:: Der skulle vi ha vøri Kal, vi skulle reist i fjol. ::

Du har vel hørt om syden kal, der kokospalma står,
så lang og slank at toppen opp i sjølve himlen når.
:: Der skulle vi ha vøri Kal, med tigersvansen vår. ::

Der vekser brø' på trea Kal, - je tru meg om du kan,
og alle drekker palmevin av store fempott-spann.
Der skulle vi ha vøri Kal, da hadde det gått an.

Der fin's det fine jenter Kal, dom danser rundt i ring,
me' blomst i hår og strå om lend og ellers ingenting.
:: Der skulle vi ha vøri Kal, hos Lola og Lu-Ping. ::

Du sitter stur og stille Kal, du jomter på et skrå.
Det er så langt til sydens vår og palmekysten blå.
:: Dit ska vi aldri komma Kal, det kan du banne på. ::

Mit Worterklärungen bin ich gern behilflich.

13.09.13 19:03
Auch wenn ich nicht der Fragesteller bin: Mal ein groooßes Lob an Mestermann. Du bist genial und immer zur Stelle!
Danke aus Saltnes.
G.

13.09.13 22:30
Da nehme ich Dich doch glatt beim Wort, Mestermann. Aber so fürchterlich viele Worterklärungen benötige ich gar nicht:

Ist es richtig, daß "i fjol" dasselbe wie "i fjor" ist? Dann könnte "nol" ein Dialektwort für "nord" sein.

Leider habe ich keinen Plan, was "du jomter på et skrå" bedeutet. Das ist aber auch der einzige Ausdruck, bei dem ich völlig auf dem Schlauch stehe.

Mit interessierten und herzlichen Grüßen
Birgit

(PS: Ich gehe davon aus, daß ein "tigersvans" ein Fuchsschwanz mit einem langen Sägeblatt ist...?)

13.09.13 23:07, Mestermann no
Sehr gut. I fjol - mit dem typischen, dicken L von Østlandet - heisst "i fjor", und "nol", mit dem selben L, heisst
"nord". "Tigersvans" ist ganz richtig ein Fuchsschwanz (Säge). Bravo. "Jomte på et/en skrå" ist auf ein Stück Kautabak
(skrå) nachdenklich zu kauen.

Hans Børli gehört zu unseren feinsten Dichtern des 20. Jahrhunderts. Er hatte keine Ausbildung, arbeitete im Wald
sein ganzes Leben, aber schrieb wunderbare Poesie, auch Romane und Schauspiele. Das zitierte Gedicht
"Tømmerkoievise" ist eigentlich nicht typisch für ihn.

LOUIS ARMSTRONG (1962)

Gamle, milde Satchmo -
ansikt som hjulspor på sletten,
som muld og morild.

Sår på leppene.
Blod på munnstykket av messing. Alltid
raser solstormen
i dine lungers kløftede tre. Alltid
flyr en ravn på duevinger
fra din søndersungne strupe.

Nobody knows . . .

Ser du alle de hvite hendene, Satchmo?
De klapper.
Hender som slo, hender som hengte, hender
som splittet et mildt groende mørke
med hatets brennende kors.
Nå klapper de.
Og du spiller, gamle. Synger
Uncle Satchmo's Lullaby. Svetten pipler, brystet
hiver. En sol sitter fast
i trompetens skinnende svelg.
Som gråten i en strupe.

. . . the trouble I've seen.

Hvor ditt arrete smil gjør meg skamfull
over mitt eget stengte ansikt,
mitt knefall for skyggene. Jeg spør deg:
Hvor henter du kraften til
ditt opprør uten hat? Din
skinnende tone av lys
som gjennomstråler negernatta? Svar meg,
hvor stor sorg skal til . . .
hvor stor sorg skal til
for å nære en ren glede?

Og trompeten svarer
langt borte fra,
en røk av sølv:

- Mississippi . . .

14.09.13 12:36
Vielen, vielen Dank, Mestermann, für Dein Lob, Deine Erklärung zum Kautabak und vor allem für das sehr anrührende und aufwühlende Gedicht über Satchmo mit seinen sanften, fast zärtlichen und dennoch wuchtigen Bildern. Das ist wirklich wunderbare Poesie.

Herzliche Grüße
Birgit

16.09.13 09:21, Geissler de
Noch ein phonologischer Nachtrag:

Was Mestermann gemäß der norwegischen Bezeichnung tjukk l als "dickes L" bezeichnet, ist
ein ganz interessanter Laut, der retroflexe Flap [ɽ], der außer im Skandinavischen vor
allem in indischen Sprachen vorkommt.
Interessant auch deswegen, weil er eben nicht nur anstatt des "normalen" L benutzt wird,
wie in sol, sondern auch anstelle des R in bestimmten postvokalischen Positionen, wie
eben in nord. So reimt sich dann plötzlich nord auf sol.

Auf folgender Seite kann man sich einen kurzen Text ("Nordavinden og sola") in
verschiedenen Dialektvarianten anhören. Das "dicke L" kommt in vielen Dialekten von
Ostnorwegen vor, wie Mestermann schon schreibt.
http://www.ling.hf.ntnu.no/nos/

Besonders schön, wie ich finde, hört man es bei dieser Sprecherin aus der Gegend von
Trysil, also auch Hedmark:
http://www.ling.hf.ntnu.no/nos/mp3/nos21007.mp3