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Keiner will mehr Deutsch lernen in norwegischen Schulen:
http://www.aftenposten.no/forbruker/jobbogstudier/studier/article1425080.ece
Schade eigentlig.

18.08.06 13:14
Leider wird die deutsche Sprache auch in der Wissenschaft immer weniger verwendet. Die eigene Landessprache und einige Fremdsprachen werden zu Gunsten der englischen Sprache zurückgefahren. Das läuft in Zukunft auf eine bzw.zwei oder drei Einheitssprachen hinaus. That´s Globaliesierung! Das ist leider die Zukunft und das ist Schade!

Hjertelig hilsen fra Weil am Rhein.

18.08.06 14:20
Weil am Rhein? Bei Basel und Mülhausen - mitten im Dreiländereck?

Nei ja, det skumle med nordmennene er at det egentlig ikke spiller noen rolle hvilke språk de lærer. De er jo fra før så til de grader rettet inn mot det anglosaksiske, at kontinental kultur er og forblir: En black box.

Det er forbløffende hvor ofte det i norske media henvises til BBC når forhold i eksempelvis Frankrike omtales....

Det skumle med engelsken er nemlig at engelskbaserte media ikke bare opptrer som formidler av forhold fra kontinentet, men implisitt også som sensor.

Jeg tror faktisk det er lettere for nordmenn å gå inn i EU enn å bli en del av en kontinentaleuropeisk kultur (hva nå det måtte være).

Hjertelig hilsen fra Lillehammer.

18.08.06 14:32
Ich bin Flame und arbeite in Brüssel im europäisches Viertel. Tut mir Leid dass die Deutschen die dort arbeiten und es sind viele, nimmer deutsch benutzen. Wozu soll man dann noch deutsch lernen ? Mein Antwort : um mit Norweger hier zu schreiben. Wenn die französich lernen möchten : ich warne : ich spreche sehr gut "français" aber das hat mir fast 20 Jahren arbeit mit französich sprechende Kollegen gekostet, weil es eine nicht germanische Sprache ist. Deutsch hab ich spielend gelernd. Gruss aus Brüssel LODE

18.08.06 14:40
.... und ich dachte immer, die Flamen wuerden sich nie mit den Wallonen einlassen - und auf alle Fälle nicht auf franzøsisch! Ja ja, Sachen gibt es.
LHMR

18.08.06 15:04
Hei,

ja, Weil am Rhein ligger i Dreiländereck. Min norsk er enda ikke god, men jeg forstår teksten sånn passe.(Vær så god, ikke le!)Jeg vil lære norsk lenger. Forresten du har rett.

Jeg har et spørsmål:

Ville nordmenn går inn i EU, eller er det et delikat tema i norge ?

Vennlig hilsen fra Dreiländereck

18.08.06 15:13
In Brüssel wohnen keine Wallonen aber Brüsseler ! Und weil es die Hauptstadt von Belgien ist(Ausserdem auch von Europa) muss ich die 2 Landessprachen sprechen wie jeder. Und im offentlichen Dienst wie ich muss es immer ebenviel flämisch sprechenden wie französich (native speaking)geben um die Balance. Und wir streiten uns mit die Wallonen weil sie faul sind und nur mit flämisches und Brüsseler Steuergeld in Leben bleiben können. Sonst gehôrten die Wallonen zu der armste Region Europas. LODE

18.08.06 15:24
Ja ja, die armen Wallonen. Die lebten wohl zu lange von der Schwerindustrie? Und jetzt, wie du sagst, von Subsidien? Aber ehrlich, warum denn kriegen es die Belgier nicht fertig gerade einmal zwei Kulturen unter einen Hut zu bringen?
LHMR (Abkürzung für Lillehammer).

18.08.06 15:27
Hei Dreiländereck. "Forresten du har rett"? Hva har jeg rett i? Ja, EU er et delikat tema, såpass delikat at det er satt lokk på debatten.
LHMR

18.08.06 15:52
Hei Lillehammer,
Wir bringen die zwei Kulturen unter einen Hut, die nördlich-germanische Kultur und südlich-germanische Kultur. Wir Flamen trinken auch Wein und die Wallonen flämisches Bier (wie Duvel, vielleicht nicht unbekannt im Norden) Das Problem ist die Sprache, wir Flamen sprechen 3, 4 oder mehr Sprachen, die Wallonen nur französich. Also müssen wir, um die zu verstehen uns immer adaptieren. Wenn man verheiratet ist und die Frau soll alles machen im Haushalt wird das vielleicht auch nicht dauerhaft halten. Hilsen fra Brussel, LODE

18.08.06 16:06
Ich meinte natürlich südlich-romanische Kultur. Lode

18.08.06 16:18
Tja.... Lode, machst du dir es nicht ein bisschen zu einfach? Wenn ich ueber die beiden Kulturen spreche, ja dann spreche ich implizit auch ueber die wirtschaftlichen Seiten der beiden Kulturen. Es geht doch eigentlich nicht um das Bier oder den Wein, sondern um wirtschaftliche Macht und Zentren und um Arbeitsplätze. Regionalismus beinhaltet doch eine zuenftige Prise an wirtschaftlichen Faktoren - zusätzlich also zu den rein kulturellen.
LHMR

18.08.06 16:49
Stimmt LHMR ! Ich arbeite für den Arbeitsrat Belgiens (social and economical council) Wir machen - und das besteht nirgendwo anders - Tarifverträgen die egal sind wie Gesetzen. Die wirtschaftlichen Faktoren in der wallonische Region und der flämische sind so unterschieden, dass es kaum noch möglich ist ein Tarifvertrag für gans Belgien zu schliessen. Es wird vielleicht nicht mehr lange dauern bevor es ein neuer Staat gibt mit 6 million Einwohner (mehr wie Norwegen also): Flandern... Die radikal nationalistische flämische Partei ist fasst die grösste und will das Heirat so schnell wie möglich beenden, wie man es in Tchechie - Slovakei gemacht hat. Aber wir sind weit weg von was die Norweger lernen sollen. Ich hab am liebsten Deutsch wie Lingua Franka (kontaktsprache) Muss schon viel zu viel Französich reden und kann es mir kaum vorstellen ein Forum Französich - Norwegisch würde überleben. PS : Jeg var allerede i Lillehammer. Hilsen Lode

18.08.06 17:08
Hei Lode un hei Lillehammer,
eure Diskusion ist sehr interessant. Vor allem wie die Mehrheit der "Bauern" im Gudbrandsdal zur EU stehen. Ich habe immer geschwankt und bin nicht sicher was besser wäre ob wir in dir EU gehen oder nicht. So wie die EU z.Zt. ist fände ich es nicht gut, wenn wir da hinein kommen. Solange die Stuergesetze z.B. so unterschiedlich in den einzelnen EU-Staaten sind ist es absolutt nichts für Norwegen dort hinein zu gehen. Wenn man aber die Machtlosigkeit der Bürger gegen die Regierenden und Bestimmenden in Norwegen betrachtet, dann kann man sich schon denken Mitglied in der EU zu werden, weil ich mir damit versprechen würde, daß der Bürger in Norwegen gegen die Obrigkeit sein Rechte durchsetzen könnte. Es gibt in Norwegen ein Wort das sagt: Jeg kjenner noen som har sett et bilde av Tordenskjold. Damit kommt man weiter. Man kommt sehr gut weiter wenn man Geld hat genau wie anderswo auch. Alle sind vor dem Gesetz gleich nur manche sind gleicher ... Das könnte sich vieleicht bei einer EU-Mitgliedschaft ändern, vielleicht. Das Problem Sprache ist wirklich traurig in Norwegen. Könnte es aber auch darum Probleme geben, weil wir erstens viele Dialekte haben und dann auch noch den Druck nynorsk og bokmål gleichberechtigt lernen und gebrauchen zu müssen? Post, öffentliche Schreiben, Fernsehen, Radio usw.? Da ist dann Englisch vieleicht der Ausweg, man umgeht das Problem Dialekt und Sprachen. International ist es außerdem. Unser Kronprinz und sein Vater hatten scheinbar beide gute Verbindungen zu Deutschland. Der König und seine Familie haben scheinbar nicht mehr den Einfluß auf die Entscheidungen der Bevölkerung wie noch vor ein zwei Generationen. Beste Grüße von Claus aus Kr.sand

18.08.06 17:32
Ich meine das du Recht hast das es einfach ist für Norweger in die EU einzutreten. Aber als Bürger der EU meine ich das dieser Zustand der EU heute nicht unbsdingt als optimal gilt. Deshalb bewundere die Länder die nicht in die EU wollen, obwohl das werben der EU auch schon mal ziemlich aggressiv werden kann. Natürlich ist es für hochentwickelte kontinentaleuropäische Länder relativ einfach Mitglied in der EU zu sein. Aber ist es auch zu ihrem Vorteil? Es ist nur ein Vorteil wenn die jeweils eigenen Regierungen Ihr Mitspracherecht im Eurpäischen Parlament auch nutzen. Und das ist in D das Problem. Ich hatte langen Kontakt mit Schweizern und die sind richtig stolz sich gegen das Werben der EU zu behaupten. Ich hoffe auf einen Neustart der Gemeinschaft, denn in diesem heutigen Zustand ist die EU für den Bürger eher eine Belästigung, weil die EU eben nur noch eine Intressenvertretung der Wirtschaft ist.Natürlich gibt es auch positive Wirkungen auf den Bürger, das liegt aber nur an der Schwäche der eigenen Regierungen. Opps merkt man das ich kein Freund der EU bin, daß liegt daran das ich nicht gefragt wurde ob ich Mitglied der EU werden will. Ich finde es gut das es in Norwegen Abstimmungen darüber gibt,obwohl man sicher streiten kann ob die Argumente gegen die EU richtig sind. Niemand weiß ob wir das Richtige tun um in der Zukunft zu bestehen, ob EU oder Eigenständigkeit. Ich freue mich auf die Zukunft!

Hilsen fra Weil am Rhein

Andreas

18.08.06 17:37
Hei Claus,
Wir hier wo ich eine Stelle habe, setzen auch Europäische Richtlinien um in Belgische Gesetzen (Es ist deswegen dass ich im europäisches Viertel arbeite). Norwegen gehört mit die Schweiz und Liechtenstein zu der EER und dass bedeutet dass die Richtlinien (Gesetzen) von der EU auch bei euch gültig sind. Sie können also Steuergeld für neue Mitglieder wie Polen bezahlen aber nicht mitbestimmen was passiert mit eurem Geld. Und mit die Globalisierung ist man überall machtlos.
Was die Sprachproblemen in Norwegen betrifft : hier is Französich, Flämisch und auch Deutsch gleichberechtigt. Eine Freundin, Tochter von der Jugoslavische Konsul, fragte mir mal ob es nicht einfacher wäre indem alle Belgier Französich sprechen würden. Man kann seine Identität aber nicht aufgeben, vergessen. Und ausserdem haben wir in die Balkan gesehen einfache Lösungen gibt es nicht. Ich war schon manches mal in Norwegen und ich sehe Internet bringt die Norweger näher einander zu verstehen. Das Problem Sprache kostet natürlich auch viel Geld in Norwegen aber ist immer besser als Streit. Gruss Lode

18.08.06 18:38
Hei Lode,
takk for dine opplysninger. Når jeg skrev om skatt mente jeg f. eks. de forskjellige momsprosentene fra land il land. Det kan du se i praksis ganske enkelt på den tysk-danske grense. Der ser du at danskene reiser over til Tyskland for å kjøpe danske varer fordi de er minst nesten ti prosent billigere enn i Danmark. Når du ser avgiftene på drikkevarer er det enda mer. Skjønner du? Når du ser avgiftene på biler er det enorm. Mange dansker har nye biler i Flensborg i en hall fordi de ikke kan kjøre dem hjemme i Danmark da var avgiftene for høyt. Ser du det mener jeg bare som eksempel. Det samme ser du innen EU kan du forklare hvorfor ansatte fra Tyskland som jobber i Brussel for EU handler avgiftsfrie varer som andre må betaler avgifter i alle land for? Og når de har nådd aldersgrense får de av den tyske staten kompensasjon når de kommer hjem til Tyskland fordi de ikke har muligheter og handler skattebegunstiget i tyske forretninger? Så kan du finne mange ting som er negativ i EU, synes jeg. Kan du si meg hvorfor myndigheter i Norge f.eks. skriver at de er ansvarlig for alle offentlige veier i Norge. Når det skjer et ulykke feks. du får en lampe i en tunnel fra taket rett i bilen så er myndighetene ikke lenger ansvarlige for veien. (egen erfaring) Slik er det og du kommer ingen veier untatt du har mange penger for å går til åresvis retsak mot myndighetene. Det har ingen vanlige borger. Beste hilsen fra Claus i Kr.sand

20.08.06 02:47
So, wenn ich schon dran bin, dann auch noch diesen hier.

Lode, die Schweiz ist doch nicht Teil des EER-Gebietes. Und das sieht man jedes Mal wenn diese Länder Kriegsrat halten. Dann treffen sich nämlich folgende drei Grossmächte: Liechtenstein, Island und Norwegen. Sicher interessante Gespräche die da zwischen Ölmultis, Fischern und Briefkastenöffnern geführt werden......

Logo dass sich die Norweger ein bisschen einsam fühlen. Sie hätten wohl die Schweizer gerne dabei gehabt. Aber Gro verrechnete sich mit der direkten Demokratie. Der Souverän hat ja knapp Nein gesagt zu einer EER Mitgliedschaft. Im Dezember 92 war es wohl.

Und heute sehnen sich die Norweger nach einer Schweizer Lösung, also nach bilateralen Verträgen mit der EU.

Ich glaube aber dass das kein Sinn macht fuer die Norweger. Ich meine die Fragen der Fischerei sind ja mehr oder weniger gelöst. Und in der Frage der Landwirtschaft spielt nicht die EU eine Rolle sondern die WTO. Und früher oder später werden auch die Amerikaner einlenken müssen. Und wenn das geschieht, ja dann ade mit den hohen Schutzzöllen und dem subsidierten Jarlsberg.

Fortsetzung folgt:

20.08.06 03:09
Fortsetzung:

Also ganz unabhängig von der EU Frage wird die norwegische Landwirtschaft noch sein blaues Wunder erleben. Und dies weil die Norweger mit grundlegenden struktuellen Problemen zu kämpfen haben.

1. Die Bauernbetriebe sind zu klein um wirklich effizient produzieren zu kønnen.

2. Die Fleisch-, Geflügel- und Milchveredler (Gilde, Prior, Tine) sind viel zu gross und gleichzeitig viel zu schlecht un wirklich mit den Grossen in Europa mithalten zu kønnen.

In Norwegen spricht man immer von der kleinstrukturierten Landwirtschaft. Ja sicher, aber dies gilt nur fuer die Bauernbetriebe. Nicht aber fuer die "Mat"warenindustrie (wie heisst das Wort auf Deutsch?).

Während sicher dreissig Jahren wurden sehr sehr viele lokale Käsereien und Schlachterein geschlossen. Man dachte nur in "Grössenvorteilen" (Economies of scale), dachte nur daran dass Massenproduktion ganz einfach Kostenvorteile geben wurden. Niemand wollte daran denken, dass es auch "Grössennachteile" (Diseconomies of scale) geben kønnte.

Die Scheisse haben wir jetzt, nämlich Veredlungsbetriebe die wohl einigermassen effektiv arbeiten, dessen Produkte aber leider nicht unbedingt gut schmecken. Auch kann man den Eindruck bekommen, dass eine norwegische Kuh aus viel weniger Teilen besteht als beispielsweise eine französische Kuh vom Dorfmetzger.

Ich meine ganz einfach, dass den riesigen Metzgerien, Wurstereien und Käsereien ganz einfach das Handwerk abhanden gekommen ist. Oder anders gesagt: Das handwerksmässige konnte nicht in die industrielle Produktion mitgenommen werden...

Den Norwegern ist durch das einseitige Fokussieren auf Kosten, die handwerkliche Kompetenz abhanden gekommen.

Das Resultat sehen wir jetzt: Uberall gibt es jezt Bauernbetriebe, die mehr oder weniger hilflos auf "Nisjemat" machen. Ja ja diese Nischen. Wir kauften einmal "Nischenflatbrød" auf einem dieser Märkte fuer Direktverkäufer. Das Zeug war nicht essbar.

LHMR.